Frankfurt/M. sagt dem Antisemitismus den Kampf an

Man kann wirklich nicht behaupten, es würde in Deutschland nichts gegen den Antisemitismus unternommen. Seit 2009, also seit bald zehn Jahren, gibt es beim Bundesinnenminister einen unabhängigen Expertenkreis Antisemitismus, der alle paar Jahre einen Bericht zur Lage vorlegt; seit Kurzem gibt es auch einen Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung; ganz neu ist eine zentrale Meldestellefür antisemitische Vorfälle.

Darüber hinaus gibt es auch zivilgesellschaftlche Initiativen und Aktionen wie „Arsch huh e.V.“ und „Gesicht zeigen„. Man kann „Mit dem Bus günstig nach Auschwitz“ reisen oder eine Bildungsreise nach Auschwitz unternehmen, „an der Geflüchtete muslimischen Glaubens und Jugendliche jüdischen Glaubens teilnehmen“, um vor Ort einen „Höhepunkt“ zu erleben, nämlich eine „Interreligiöse Gedenkfeier“. Geile Sache!

In Berlin arbeitet  an der TU ein „Zentrum für Antisemitismusforschung“, von wo aus die frohe Kunde in alle Welt verbreitet wird, dass es „keinen muslimischen Antisemitismus“, sondern nur einen „Antisemitismus unter Muslimen“ gibt. Möglich, dass damit die Erzfeindschaft zwischen Sunniten und Schiiten gemeint sein könnte. 

Nun aber tritt der Kampf gegen den Antisemitismus in eine entscheidende Phase. Die Stadt Frankfurt will das Thema „im kommenden Jahr offensiv angehen: Mit einer Plakataktion„. 1.300 Plakate wurden bereits gedruckt. Auf jedem einzelnen ist zu lesen: „Gemeinsam in Frankfurt am Main – Für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“.

Das wird es bringen. Vielleicht wird man noch ein Klezmer-Konzert oder eine Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank anbieten, um die letzten Zauderer zu überzeugen, dass der Antisemitismus voll uncool ist. Man könnte auch einen Aufsatzwettbewerb zum Thema „Auschwitz – gestern, heute, morgen“ veranstalten und als ersten Preis eine Busreise nach Auschwitz ausloben, mit Halbpension im Doppelzimmer und Blick auf das Tor mit der Losung „Arbeit macht frei“.

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