Wir berichten in unserer heutigen Wahl zum Denkbehinderten der Woche weitgehend, aber nicht ausschließlich von den WEF-Festspielen in Davos. Dort haben sich Leute zusammengefunden, die aus nicht ersichtlichen Gründen von sich denken, sie seien wichtig, so wichtig, dass sie vor laufender Kamera und gemeinhin vor unmaskiertem Publikum ihre Hybris und ihren Narzissmus und oft genug auch ihre Dummheit ausleben und zur Schau stellen, exponieren können, um – wie in extra-pandemischer Zeit so üblich, den jeweiligen Ausformungen, die neuronale Zufälligkeiten in ihren Gehirnen gerade gefunden haben, zu lauschen. Zuweilen wird auch verhalten geklatscht, denn nichts ist der Mimikry auf einen Denker verhasster als brausender Beifall, der den Eindruck erwecken könnte, man sei gewöhnlich, sei einer, der bei denen da draußen ankommt, der populär sei, ein Populist. Nein, die in Davos Versammelten, sie sind aus der affektiert, blasierten Riege. Ihre Emotion beschränkt sich auf ein zurückhaltendes Berühren der rechten mit der linken Hand und nicht etwa umgekehrt, und wenn sich das Auditorium besonders engagieren will, um dem oder den narzisstischen stand-up Komödianten, die die Bühne für sich beanspruchen, Unterstützung, nein “Solidarität” heißt das in diesen Kreise, also Solidarität zu bekunden, dann hört man dieses verhaltene, überlegene, die eigene Grandeur zum Ausdruck bringenden Lachen, das von einem Hüsteln nur schwer zu unterscheiden ist und unmittelbar nachdem der Ausbruch, der den Eindruck, sein Urheber lebe, vermitteln könnte, abgeklungen ist, mit einem Taschentuch über den Mund unschädlich gemacht werden muss.

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