Am 09.06.2006, also vor 15 Jahren veröffentlichtet GMW – NMU, der Vorgänger von GMW nachfolgenden Bericht:

Nur die Namen der Protagonisten haben sich geändert, das System hat sich verschlimmert.

Selten konnten wir wie in der Vergangenheit bis heute verfolgen, wie Medien aller Art versuchen, ein Meinungsbild zu verbreiten, das an vielen Stellen mit der Wahrheit sowie einer ausgewogenen Berichterstattung nichts mehr zu tun hat. Angefangen bei Reuters, über ARD und ZDF, bis hin zum Stern und anderen. Weinende Kinder im Libanon sind derzeit der Hit des ZDF. An Rande wird vermerkt, das da auch noch ein paar Raketen auf Israel abgefeuert wurden. Aber in Israel weinen keine Kinder, nicht wahr?

Ohne es beim Namen zu nennen erfolgt hier eine Manipulation der konsumierenden Masse – zu ungunsten Israels.  Natürlich, man kann sich gerade in Bezug auf die Veröffentlichung von Bildern einmal vertun. Aber nur eine Korrektur vorzunehmen (in dem man das Foto herausnimmt), den Fotograf rausschmeißt ist zu billig. Mangelnde Einsicht einen Fehler begannen zu haben ist noch das kleinste Übel. Ist es nicht eine Frage des Anstands und der Verantwortung anderen gegenüber hier Stärke zu zeigen und einen Fehler einzugestehen?

Natürlich unterliegen Journalisten bestimmten Gegebenheiten. Sie haben einen Chef vor der Nase dessen politische Richtung sie meistens ausgesetzt sind, teilweise ist das richtige Parteibuch von entscheidender Bedeutung, oder können Sie sich einen Journalisten mit Parteibuch der CDU bei der Jungen Welt vorstellen? Dürfen somit Journalisten schreiben was sie wollen? Und genau das scheint der eigentliche Grund dafür zu sein, das Blogger ihr eigener Chef sind. Natürlich ist dies auch mit Parteibuch möglich, aber Blogger besitzen die Freiheit ihre Gedanken freien Lauf lassen zu können. Unverschämtheit, oder?

Das Klientel der Berichterstattung von Blogger’n ist auf dem Markt erschienen, der Konsument erhält verstärkt die Möglichkeit, sich der einseitigen Berichterstattung der GEZ-Mafia zu entziehen. Und genau das darf nicht sein.

Also liebe Freunde, lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen. Alle die schon einmal ihre kritische Stimme gegen Medien erhoben haben, können davon ein Lied singen. Sie bekommen in den seltensten  Fällen eine Antwort und wenn, dann ist diese meist noch beleidigend. Aber lassen sie nicht nach.

Wie läuft nun die Manipulation im einzelnen:

Dazu möchten wir einige Passagen aus den Buch von Peter Hahne

„Die Macht der Manipulation“

ISBN 3-7751-0895-5

Hänssler-Verlag

zitieren.

Es stammt zwar aus dem Jahre 1991, hat aber an Aktualität bis heute nichts verloren.

Im Jahre 1992 veröffentlichte das Institut für Medienentwicklung und Kommunikation GmbH in der Verlagsgruppe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Buch „Schlecht informiert“ – Wie Medien die Wirklichkeit verzerren. Eine Fallsammlung von Gero Kalt.

ISBN 3-927282-10-3

Als Beispiel möchten wir Ihnen zur Verfügung stellen, wie die Medien mit dem Thema „Syriens Präsident Assad – Ist der Staatsterrorist plötzlich hoffähig“ umgegangen sind.

Bis heute hat sich nichts geändert, außer das dieser Zustand sich verschlimmert hat.

Peter Hahne:

Die Macht der Manipulation

Manipulation verstehe ich als Bindung, als Knechtung. Man sitzt in einer Kette gefangen. Man ist fasziniert. Eben gefesselt (lat.: fascinare). Man sitzt fest, wird gesteuert und hat keinen Bewegungsspielraum mehr. Der eigene Wille ist gelähmt. »Unser Denken ist enteignet

« (Karl Steinbuch). Der Mensch als Marionette. Viele erkennen das heute. Sie merken, daß man festsitzt. Sie sehen die Misere, wollen sich befreien und werden schnell ernüchtert: Es geht nicht. Man kommt nicht heraus aus seinem Teufelskreis. Die Macht der Manipulation hat den heutigen Menschen voll im Griff.

Und deren Kette ist nicht so ekelerregend verdreckt wie die des transatlantischen Kabels. Nein, sie umgarnt den Menschen mit goldenen Fäden. Unmerklich, mit faszinierendem Charme wird der Mensch eingewickelt. Solange, bis er sich nicht mehr frei bewegen kann. Erst ist es nur Spiel… Dann sitzt man fest. Gefangen zum Tode

Die Manipulationsmacht der Massenmedien

Ohne einem Medienmacher unterstellen zu wollen, er manipuliere bewußt, ist die technische Möglichkeit dazu unübersehbar. Allein die Existenz der Massenkommunikationsmittel in fast jedem Haushalt öffnet der Außensteuerung Tor und Tür. Denn das sollte jeder Medienkonsument wissen: Wer Zeitung, Hörfunk und Fernsehen in seinen Gesichtskreis holt, setzt sich damit – ganz gleich, wie man den Inhalt bewertet – einer Beeinflussung aus. Er öffnet sich einer Welt, die er meist nicht mehr kontrollieren und auf Wahrheit überprüfen kann.

Verschleierung der Tatsachen

Manipulation ist eigentlich Desinformation, d. h. bewusste Fehlinformation. Man sagt nie die ganze, höchstens die halbe Wahrheit. Kaum jemand der heutigen Massenmarschierer ist – das belegen repräsentative wie auch Zufallsumfragen – imstande, die tatsächlichen Hintergründe seines Demonstrationszieles zu erläutern. So beklagt der Direktor der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, der Politologe Prof. Manfred Hättich:

»Viele fahren zu einer Demonstration, ohne zu wissen, um was es konkret überhaupt geht. Hauptsache, man demonstriert für den Frieden.« Es ist eine verlogene Anmaßung, frei gewählten Parlamenten und ausgewiesenen Experten von der Straße her – halb informiert und voll ideologisiert – Entscheidungen aufzwingen zu wollen. Das bedeutet den Tod einer parlamentarischen Demokratie

Der Manipulator verzichtet bewußt auf Detailinformation und Sachargumentation. Er lebt von der Emotion und der Verschleierung der Tatsachen. Das macht viele Diskussionen heute so schwer und unfruchtbar, daß Leute ihren Mund weit aufreißen, ohne je vorher ihren Verstand eingeschaltet zu haben. Ausgerechnet die, die biblische Aussagen »kritisch hinterfragen«, glauben dann den Fernseh- und Illustrierteninformationen über Mittelamerika und Südafrika aufs Wort. Dummheit ist immer noch ein guter Nährboden für Ideologen gewesen. »Der Verlust historischer Erfahrungen, im Bann einer gefährlichen ideologischen Besessenheit, führt zugleich zu einer Geringschätzung jedes Sachverstandes« (Künneth). Manipulation braucht den unmündigen Massenmenschen. Die »Enteignung unseres Denkens« (Steinbuch) beginnt mit der Verschleierung von Tatsachen. Und mit dem Trick, an bereits Vorhandenes anzuknüpfen, indem man es heimlich umdeutet. Denn dies gehört auch zum Handwerkszeug erfolgreicher Manipulation.

Gero Kalt

Syriens Präsident Assad Ist der Staatsterrorist plötzlich hoffähig?

Einige Medien verfolgen, was politisch opportun ist In Zeiten der Not sucht man sich seine Freunde nicht aus. Da verbündet man sich auch mit jenen, die gestern noch wegen schlimmster Vergehen angeklagt wurden. Dies lehrt uns derzeit die Golfkrise. So kommen sich Iraks Präsident Saddam Hussein und sein iranischer Kollege Rafsandschani nach jahrelangen Beschimpfungen wieder näher. Auch ein anderer Staatschef der Region scheint durch den Konflikt wieder hoffähig zu werden: Syriens Staatschef Hafis el Assad. Daß sich westliche Politiker aus taktischen Überlegungen mit ihm verbünden müssen, verlangt die Lage. Was aber überrascht: Auch die Medien zeichnen derzeit ein äußerst gemäßigtes Bild von diesem Mann. Sie folgen dem, was die Politiker momentan als opportun empfinden. So widmete die „Süddeutsche Zeitung“ Assad am 20. September 1990 die „Seite 3″. Unter der anerkennenden Überschrift „Der Taktiker wagt einen Balanceakt“ erscheint der Präsident als respektable Persönlichkeit. Er sei der „klügste Politiker der Region“, er „tut nichts, ohne vorher zu überlegen“. Er ist „vorsichtig“, ein „gewiefter Taktiker“, der für „Mäßigung“ eintritt. Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Nahezu kritiklos berichten Zeitungen und Fernsehen derzeit über Assad.

Syrische Killer in Aachen und Berlin

Ganz anders lasen sich die Berichte und Kommentare in den letzten Jahren. So schrieb die „Zeit“ am 7. November 1986: „Der Verfassungsschutz der Bundesrepublik kennt den syrischen Präsidenten Hafis el Assad schon seit langem als Staatsterroristen. Als nach der blutigen Niederwerfung der Moslembrüder 1982 in der Stadt Hama … der Chef dieser Fundamentalisten- Organisation in der Nähe von Aachen ins Exil ging, schickten die Syrer zweimal Killerkommandos in die Bundesrepublik.“ Und weiter: „Es war für die deutschen Sicherheitsexperten auch frühzeitig erwiesen, daß sowohl der versuchte Bombenanschlag auf die von London aus startende El-Al-Maschine wie das Attentat auf die Deutsch-Arabische Gesellschaft im Berliner Stadtteil Kreuzberg auf das Konto syrischen Staatsterrorimus gehen.“

Damaskus – Zuflucht für Terroristen

Der Nahostexperte und F.A.Z.-Redakteur Wolfgang Günter Lerch schrieb am 26. November 1986 in „Die Neue Ärztliche“: „Nach Libyen ist jetzt das Syrien von Präsident Hafts el Assad ins Gerede gekommen: Viele Länder, allen voran die Vereinigten Staaten, werfen Damaskus vor, es unterstütze den internationalen Terrorismus. Anlaß dafür sind nicht zuletzt die Fakten, die in dem Prozeß gegen den Jordanier Nizar Hindawi in London ans Tageslicht gekommen sind … Der syrisch unterstützte Terror hat im Nahen Osten seinen Hauptschauplatz. Aus syrischer Sicht firmiert da vieles als Befreiungskampf, was in Wirklichkeit schlichter Mord ist.“ Lerch weiter: „In Damaskus haben nicht nur palästinensische Organisationen ihren Sitz, die in Feindschaft zu der PLO Jassir Arafats stehen; auch der berüchtigte Terrorist Sabrial Banna mit dem Kampfnamen Abu Nidal unterhält dort nach amerikanischen Berichten ein Büro. Das gleiche gilt für die armenische Terrororganisation Asala, die überall in der Welt Mordanschläge gegen türkische Diplomaten unternommen hat.“

Lerch berief sich damals auf Insider und schrieb: „Fachleute glauben, Syrien sei viel stärker in den Terrorismus verwickelt, als das Libyen Gaddafis. Damaskus taktiere nur vorsichtiger.“ In Wirklichkeit sei Assad „Drahtzieher des internationalen Terrorismus“.

Saddam Hussein: Vom Vorkämpfer

Heute ist vom „Staatsterroristen Assad“ kaum mehr die Rede, die dubiosen Machenschaften des Syrers werden höchstens einmal in Nebensätzen angedeutet, ohne daß der Leser die konkreten Bezüge wieder herstellen kann. Es zeigt sich: Viele Journalisten verlassen sich offenbar gerne auf die Vorgaben der Politik. Damit entsteht aber die Gefahr, daß der Faktenjournalismus einem gerade genehmen politischen Trend weicht. Die Berichte über Syriens Assad machen da keine Ausnahme, sondern scheinen eher typisch zu sein. Das beste Beispiel ist der irakische Diktator Saddam Hussein. Verfolgt man die grundsätzliche Berichterstattung über ihn in den letzten Jahren, so zeigt sich: Solange er als Kämpfer gegen die Fundamentalisten um Khomeini im Iran eine dem Westen eher genehme Rolle spielte, kam er in unseren Medien relativ gut weg. Rudolf Augstein machte am 20. August im „Spiegel“ deutlich, warum: „Hat Saddam Hussein nicht acht Jahre lang die Blutsäufer des Ajatollah bekämpft?“

...zum größenwahnsinnigen Diktator

Seit dem Überfall auf Kuweit sieht dies völlig anders aus. Die Zeitungen und der Rundfunk entdeckten plötzlich den „Erpresser Hussein“, den „größenwahnsinnigen Diktator“, den „neuen Hitler“. Der „stern“ (9. August) sah in ihm den „gefährlichsten Mann der We/t“, einen „Brandstifter“, „den Machtbessenen von Bagdad“. Die Illustrierte glaubte sogar, in seinem Aussehen das Spiegelbild des Bösen auszumachen: „Seine Lider sind wulstig und schwer wie ein Bollwerk. Ein stechender Blick schießt unter ihnen hervor. Gefurchte Stirn, klobige Nase, ein Schnurrbart in Form eines Säbels. Dieser Mann, sagt das Gesicht, hat in jeder Sekunde ein feindliches Ziel im Auge,“

Fundierter Fachjoumalismus kommt zu kurz Beide Fälle zeigen, daß sich die Medien offenbar eher von momentanen politischen Stimmungen beherrschen lassen, die fundierte Recherche, auf Hintergründe und langwierige Beobachtung von Experten gestützt, kommt zu kurz. Wahrscheinlich wird auch Assad erst nach der Golfkrise wieder als der „Staatsterrorist“ behandelt – dann, wenn es genehm ist. Dagobert Lindlau,, erfahrener Auslandskorrespondent der ARD, klagte am 20. August 1990 in einer Sendung des „Norddeutschen Rundfunks“: Allzu oft vertraue man den Informationen Dritter, „statt hinzufahren, selbst hinzuschauen, möglichst lange dort zu bleiben. Ich glaube einfach, daß die Fachbeobachtung zunehmend versagt“. gka

(MK 40/90,1. W. 1990)

UM

Zitat: Ein „Wir können sowieso nichts dagegen tun!“ ist ebenso falsch wie gefährlich! – KH