Berlin –

Am Mittwochabend soll es am Brandenburger Tor in Berlin wiedermal eine antisemitische und israelfeindliche Demonstration geben. Die „Kundgebung zur Palästina-Frage“ sei von 17 bis 19 Uhr angemeldet, bestätigte eine Polizeisprecherin der Berliner Zeitung auf Anfrage. Der Veranstalter erwarte rund 400 Teilnehmer. Der Aufruf auf arabischsprachigen Webseiten richtet sich vor allem an die palästinensische Community in Berlin.

Bei der Kundgebung auf dem Pariser Platz wollen die beiden palästinensischen Künstler Shadi Al-Bourini und Shadi Al-Najjar vor dem Brandenburger Tor auftreten.

Beide stehen für die Verherrlichung von Terror und die Auslöschung Israels. In ihren
Produktionen bedienen sich die Sänger auch antisemitischer Bildsprache. So gibt es etwa
in einem Video aus dem vergangenen Jahr eine von Laiendarstellern gespielte Sequenz,
wie ein „Jude“ mit Schläfenlocken dem US-Präsidenten Donald Trump beim
Unterzeichnen eines Papiers die Hand führt – das antisemitische Klischee der jüdischen
Allmacht.

Messerangriffe auf Israelis, Raketenangriffe auf Tel Aviv

In anderen Liedern fordern die Sänger Messerangriffe auf Israelis oder Raketenangriffe oder Raketenangriffe auf Tel Aviv: „Bombardiert sie und treibt sie raus.“

Polizeiliche Auflagen an die Veranstalter gibt es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

„Wir sind entsetzt, dass Künstlern, die Terror gegen die Bürgerinnen und Bürger Israels als Heldentat glorifizieren, Terroristen als Märtyrer bezeichnen und das Existenzrecht Israels bestreiten, im Herzen von Berlin eine Bühne geboten wird“, erklärte Remko Leemhuis vom American Jewish Commitee (AJC).

Es sei nicht hinnehmbar, dass von diesem historischen Ort zum Mord an Juden aufgerufen werde und schlimmste antisemitische Stereotype verbreitet werden. „Die Erlaubnis zu so einer Hass-Veranstaltung lässt sich auch nicht mit der Staatsräson und dem Bekenntnis zur Sicherheit Israels in Einklang bringen.“ Der Auftritt sende ein fatales Signal an die Berliner Jüdinnen und Juden und gefährde ihre Sicherheit.

Am Brandenburger Tor hatte es schon mehrfach antisemitische Kundgebungen von Palästinensern gegeben, etwa im Dezember 2017 und im Juni 2018.  weiter