Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Psalm 90, Vers 12

Der November, der gerade begonnen hat, gilt, passend zum Herbst, wo in der Natur vieles abstirbt, auch als Monat des „Gedenkens an die Toten“, deshalb auch Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag (Totensonntag).

Dass wir sterben müssen, wissen wir. Das muss man uns nicht sagen. Aber was wissen wir nicht alles, ohne dass es uns besonders berühren würde. Erst dann, wenn es so weit und vielleicht schon zu spät ist, kommt das Erschrecken.

Deshalb die Bitte an Gott, dass ER uns rechtzeitig bewusst macht, was Sterben bedeutet, damit wir vorbereitet sind, wenn es soweit ist.

Dem Psalmisten ist daran gelegen, bei all seinem Tun immer seine Endlichkeit und damit die Vorläufigkeit seiner Unternehmungen im Blick zu haben, damit er Wichtiges von Unwichtigem, vorletzte von letzten Dingen zu unterscheiden lernt.

Und klug ist er dann, wenn er die Dinge an ihrem Ewigkeitswert misst.

Es gibt Berichte, auch über Gläubige, die im Angesicht ihres bevorstehenden Sterbens, auf ihr Leben zurückblickten und dabei jede Menge Versäumnisse entdeckten, ja sogar meinten am Leben vorbei gelebt zu haben und ihrer eigentlichen Berufung nicht gerecht geworden zu sein.

Dieser Eindruck ist sicher nicht falsch, weil wir, als geborene Sünder, allesamt nicht unserer eigentlichen Berufung entsprechend leben, die wir, infolge unserer Verkehrtheit, auch gar nicht erkennen. Denn unsere eigentliche Berufung wäre, zur Verherrlichung Gottes beizutragen.

Erst wenn es ans Sterben geht, verändert sich der Blickwinkel, und dann tritt das, was wirklich wichtig gewesen wäre, besonders deutlich hervor. Aber nun kann nichts mehr nachgeholt oder gutgemacht werden.

Und so werden wir mit leeren Händen vor Gott stehen. Etwas, was selbst einem Martin Luther am Ende seines Lebens bewusst wurde.

Wie gut, wenn man auch noch in dieser Lage auf Jesus blicken und seine Vergebung in Anspruch nehmen kann, um als begnadigter Sünder angenommen zu werden.

Und da wir auch ganz plötzlich aus dem Leben gerissen werden können, sollen wir allzeit bereit sein und allezeit in der Verbindung zum Herrn und aus Seiner Vergebung leben.

Dem Psalmisten geht es um die Klugheit, die darin besteht, während seines Lebens immer wieder zu fragen, was dann noch und damit wirklich zählt, wenn er sein Leben von dessen Ende her betrachtet.

Und da ist eines ganz sicher: Weder Geld noch Gut, weder Ehre noch Ansehen noch zu erwartende ehrende Nachrufe oder Gedenktafeln haben dann noch einen Wert.

Was allein zählt, sind die Schätze, die wir im Himmel gesammelt haben. Das sind die Früchte, die aus unserem Glauben erwachsen sind.

Das ist, dass wir Gott über alle Dinge geliebt, gefürchtet und vertraut und unsere Nächsten, so wie uns selbst, geliebt und danach getan haben.

Zwar kann Gott auch noch in den letzten Augenblicken eine rettende Umkehr schenken. Aber darauf sollten wir nicht spekulieren.

Die Verse aus dem Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“, haben sich mir schon im Kindesalter eingeprägt, und ich wünsche mir, mich an diese zu erinnern, wenn ich einmal scheiden muss.

Quelle: E-Mail