– Jesus weinte um die Stadt in Vorahnung ihrer Zerstörung 
– Auch heute wird auf beiden Seiten der Gazagrenze geweint 
– Versuch einer Problembeschreibung mit Perspektiven

von Albrecht Künstle *)

Die von Israels Kriegsregierung empfohlene Räumung des nördlichen Gazastreifens lässt keine guten Wochen für deren Bewohner erwarten. Erneut ist von „Vertreibung“ die Rede. Aber die Einwohner deutscher Städte wären im letzten Krieg wohl froh gewesen, man hätte sie vor den bevorstehenden Flächenbombardements gewarnt. Sie hätte die Warnung nicht als Vertreibung empfunden. Viele dieser Bombardierungen erfolgten nicht aus militärischen Gründen, sondern um das Hitler hörige Volk zu demoralisieren und zu veranlassen, sich gegen Hitler aufzulehnen, diesen vielleicht sogar zu liquidieren. Aber wie heute im Gazastreifen auch, stellten sich die Menschen noch mehr hinter den Diktator, dem sie vermeintlich alles zu verdanken hatten. Im Sportpalast wurde bis zuletzt „der totale Krieg“ bejubelt.

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