Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket? Während alle nur über Nachfolge-Modelle für die aktuelle ÖPNV-Subvention diskutieren, denkt an die Bahn-Mitarbeiter kaum jemand. Die Gewerkschaften schlagen Alarm. Von Kai Rebmann. 11 weitere Wörter

9-Euro-Ticket: Gewerkschaften laufen Sturm — reitschuster.de

Anmerkung eines Lesers:

Ich bin mit dem Artikel nicht einverstanden!

Der Autor lässt in seinem Artikel einen Aspekt leider völlig außer Acht: wenn das 9-Euro-Ticket derart eingeschlagen ist und zu so einem Ansturm auf die Bahn geführt hat, dann offenbart das natürlich auch, dass die Preispolitik der Bahn in den vergangenen Jahren mit der Lebensrealität in Deutschland nicht übereingestimmt hat und dadurch eine große Bevölkerungsgruppe von Bahnreisen (und damit von einer grundlegenden Mobilität) ausgeschlossen hat. Dieser aufgestaute Mobilitätsdrang – man könnte es auch einfach „Reiselust“ nennen – hat sich nun in den letzten Wochen entladen.
Daraus wird sehr deutlich, dass Mobilität in Deutschland ein Luxus ist, obgleich es mit einem der Grundrechte in Verbindung steht, nämlich der Bewegungsfreiheit. Denn die tatsächlich „leistbare“ Mobilität entscheidet nicht nur darüber, in welchem Umkreis man seinen Arbeitsplatz aussuchen kann, sondern auch, in welchem Umkreis man sich einer Demonstration anschließen kann.
Bewegungsfreiheit, Arbeit und Demonstration – drei Grundrechte, die für einige Menschen in Deutschland zum Luxusgut geworden sind.
Die Situation bei der Deutschen Bahn sollte also vielmehr Anstoß für eine Reform des ÖPNV und damit der Verbindung von Sozialräumen sein, als jetzt erneut in eine Energiepreis-Debatte abzugleiten. – Der Gaspreis ist in den vergangenen vier Wochen weltweit um 40 Prozent gefallen. Nur in Deutschland nicht. Das ist lediglich politisch gewollt, und nicht gottgegeben. Von aktuellen politischen Preisentwicklungen kann die Entwicklung der Deutschen Bahn als teil der nationalen Infrastruktur nun wirklich nicht abhängig gemacht werden.