Wenn der Ökumenische Rat der Kirchen im September in Karlsruhe zusammentritt, wird man sich auf weniger Gemeinsamkeiten denn je berufen können.

Über Nacht scheinen die Bemühungen von Generationen Christen, die sich in der Ökumenischen Bewegung engagierten, zunichte gemacht. Es wäre Naivität zu meinen, man könne nach dem 24. Februar 2022 in der Ökumene weitermachen, als habe es ihn nie gegeben.

Die geistliche Schwäche, die sich bereits beim Ausbruch der Pandemie abzeichnete, hat sich verschärft. Es fehlt an vielen Orten eine vereinende Gebetsbewegung der Christen, um das Unheil abzuwenden.

Anstatt sich Gott zuzuwenden, wenden sich Menschen ab. Die Kirchenleitungen scheinen keine Kraft für gemeinsame Antworten aufzubringen. Man umschifft diplomatisch, statt Dinge beim Namen zu nennen. Die unterschiedlichen Meinungen zum Umgang mit einem Unrechts-Staat, lassen neue Gräben aufbrechen.

Die ökumenische Bilanz ist nüchtern: Man stelle sich vor, es droht ein Weltkrieg und viele wissen gar nicht mehr, wie Beten geht.

weiter