Es ist an und für sich unanständig, den mangelnden Erfolg einer Person zu betonen. Aber wenn diese Person, so wie Markus Linden in der Frankfurter Allgemeinen, sich daran stört, dass Ulrike Guérot „von der Universität für Weiterbildung im österreichischen Krems“ (keine renommierte Institution, will er andeuten) auf eine Professur in Bonn berufen worden ist, „obwohl sie seit vielen Jahren vorrangig als Publizistin in Erscheinung tritt, nicht als Wissenschaftlerin“, dann will man schon wissen, wer hier so hohe Standards anlegt.

Der Lebenslauf des noch nicht ganz 50jährigen Politikwissenschaftlers weist aus, dass er in Trier studiert und dort auch den Doktortitel erworben hat, und danach knapp 14 Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an derselben Uni sein Dasein fristete, während er an seiner inzwischen geglückten Habilitation, ebenfalls in Trier, arbeitete. Seit zwei Jahren hat er immerhin den Status eines außerplanmäßigen Professors, wieder in Trier. Man nennt das „Hausberufung“, in diesem Fall auf eine Professur zweiter Klasse an einer Provinzuni. Hausberufungen haben einen Makel, weil angenommen wird, dass man vielleicht nur durch Protektionen im heimischen Netzwerk seine Position bekommen hat.

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