Das World Economic Forum ist schon immer im Fokus von Globalisierungsgegnern gewesen. Aber mit der Pandemie hätten die Anfeindungen eine neue Dimension erreicht, stellt der WEF-Gründer Klaus Schwab fest. «Wem kann ich noch vertrauen?» sei mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine die zentrale Frage, die Individuen, Unternehmen und Staaten in Zukunft vor allem beschäftigen werde.

Unser Fazit der Corona-Zeit lautet, dass jedes Land erst einmal für sich geschaut hat. Die internationale Kooperation von Wirtschaft und Politik, für die das WEF steht, hat nicht richtig funktioniert.

Die globale Solidarität hätte grösser sein können, das stimmt. Ich glaube, Corona hat uns alle egoistischer gemacht, und die Staaten sind nationalistischer geworden. Aber es war nicht schwarz-weiss. Dank unserer CEPI-Initiative für Impfstoffe gegen neue Krankheiten ist noch am Rande des letzten Jahrestreffens in Davos die erste Finanzierung für den Impfstoff von Moderna zustande gekommen. Es gab auch die Covax-Initiative zur Bereitstellung von Impfstoffen für ärmere Länder, an der wir beteiligt waren. In einer Welt, in der die Spannungen zunehmen und das normale multilaterale System von Misstrauen gelähmt wird, kann das Forum als informelle Organisation Plattformen bieten, die Vertrauen schaffen und das gegenseitige Verständnis fördern.

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