Journalismus soll Informationen vermitteln – eigentlich und möglichst ohne die Informationen mit eigenen Bewertungen zu überfrachten.

Heiko Maas bringt heute sein Netzwerkdurschsetzungsgesetz in den Bundestag ein.
Das ist eine Form über Heiko Maas zu berichten.

Der Totengräber der Meinungsfreiheit: Mass bringt Netzwerkdurchsetzungsgesetz in den Bundestag ein. Das ist eine andere Form, über Heiko Maas zu berichten.

Endlich wird etwas gegen Hate Speech getan: Heiko Maas bringt Netzwerkdurchsetzungsgesetz in den Bundestag ein. Noch eine Form, über Heiko Maas zu berichten.

Drei Versionen derselben Meldung, in denen Maas und sein Gesetz einmal gar nicht, einmal negativ und einmal positiv bewertet werden. Man sollte annehmen, dass eine ausgewogene Berichterstattung dazu führt, dass Meldungen, die z.B. alle denselben Politiker betreffen, sich gleichmäßig über die drei Kategorien verteilen.

Umgekehrt kann man folgern, dass dann, wenn die angesprochene Ausgewogenheit der Berichterstattung nicht vorhanden ist, ein Bias vorliegt, ein positiver, wenn überwiegend positiv bewertet wird, ein negativer, wenn überwiegend negativ berichtet wird. Wenn ausschließlich oder fast ausschließlich negativ oder positiv berichtet wird und keinerlei neutrale Berichterstattung vorhanden ist, dann muss man annehmen, dass sich das entsprechende Medium auf entweder einer Pilgerfahrt oder einem Kreuzzug befindet, entweder auf einer Pilgerfahrt, deren Ziel z.B. darin besteht, als Journalist auf ein Pöstchen in einem Ministerium geholt zu werden oder ein Kreuzzug, dessen Zweck darin besteht, sich als besonderer Gegner eines besonderen Hassobjektes zu profilieren. In ersterem Fall müsste man von Awe-News, im zweiten von Hate News sprechen.

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