Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland gärt es gewaltig. Ist das der Anfang vom Ende des Zwangsgebührensystems?

Letztes Frühjahr hing das gewaltige Containerschiff «Ever Given» für mehrere Tage im Suez-Kanal fest und blockierte den Welthandel. Es ist schwer, beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland nicht Assoziationen an das aufgelaufene Containerschiff zu haben: ähnlich überdimensioniert, unbeweglich, die Lieferkette für ausgewogene Informationen verstopfend. Ein Ärgernis eben.

Doch was bei dem Containerschiff ein paar Tage dauerte, geht beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon seit Jahren so. Das zwangsgebührenfinanzierte, und mit über 8 Milliarden Euro Budget pro Jahr teuerste öffentliche Medien-Konglomerat der Welt aus Fernsehsendern wie ARD, ZDF, zahlreichen Rundfunkstationen der Bundesländer, Radiokanälen und eigenen, zeitgeistkonformen YouTube-Formaten, zieht immer mehr Zorn auf sich: zu staatsnah, zu unausgewogen, selbstherrlich von oben durchregierend, mit einer eigene Nomenklatura an quasi verbeamteten Medienschaffenden, die überwiegend einen Einheitsbrei generieren. In den letzten zwei Pandemiejahren war Karl Lauterbach so lange Dauergast in den Talkshows, bis er sich dank seiner journalistischen Steigbügelhalter schließlich in ein Ministeramt irrlichterte. Die vierte Gewalt in Deutschland regiert längst mit, statt ihrem gesetzlichen Auftrag nach Kontrolle und Überwachung der Regierenden nachzukommen.

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