Vor  77  Jahren  am  9.  Mai  1945  um  00.16  Uhr  –  und  damit  75  Minuten  später  als  in  der  Urkunde  notiert  –  wurde  der  Zweite  Weltkrieg  beendet  und  die  bedingungslose Kapitulation Deutschlands durch den Nazi-Feldmarschall  Wilhelm  Keitel  in  Berlin-Karlshorst unterzeichnet.

„Wir   Endesunterzeichneten,  die  wir  im  Namen  des  deutschen  Oberkommandos   handeln,   erklären   die   bedingungslose   Kapitulation   aller   unserer   Streitkräfte  zu  Lande,  zu  Wasser  und  in  der  Luft  sowie  aller  übrigen  Streitkräfte,  die  zur  Zeit  unter  deutschem  Befehl  stehen  vor  dem  Oberkommando  der  Roten  Armee  und  gleichzeitig  vor  dem  Oberkommando    der    alliierten    Expeditionsstreitkräfte.“

Mit    diesen    Worten    der    Kapitulationsurkunde endete in Europa mit Millionen Toten der 2. Weltkrieg und nach 6 Millionen durch die Nazis ermordeten  jüdischen  Opfern  vor  allem  für  die  allzu  wenigen  überlebenden  Juden  Europas  das  schrecklichste  Kapitel  jüdischer Geschichte.

Und weil es in diesem alles andere als friedvollen Jahr 2022 so gut passt, hier gleich noch eine Nachricht:

Anlässlich des 77. Jubiläums des Weltkriegsendes kam der ukrainische Botschafter in Deutschland Andrij Melnyk mit seiner Gattin zum Sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten.

Für alle, die es noch nicht wissen  —  Herr Melnyk, das ist derjenige, der seinen diplomatischen Posten in Berlin dazu missbraucht, jenseits jeder diplomatischen Politesse reihum die wichtigsten gewählten politischen Vertreter seines Gastlandes wie etwa den Bundespräsidenten, den Kanzler u.a.m. —  man mag zu ihnen stehen wie man will — zu desavouieren und die Regierung eines der größten Hilfeleister für die Ukraine fast täglich zu beschimpfen.

Seiner Ansicht nach tun sie immer noch nicht genug für die Ukraine und jedenfalls zum Teil und  wenn man mal von dem neuentdeckten pathetischen Kriegseifer  der grünen Bevormundungs-Gagas und den Blackrock-Merz angeführten Schwarzen absieht, mit zugegeben schwächelnden Widerstand immer noch nicht bereit sind,  sich ausgerechnet von und für die Ukraine in einen globalen Krieg mit Atomschlags-Potential hineinziehen zu lassen.

Und das ist noch nicht einmal das Schlimmste. Erfolgstrunken von der Wirkung seiner Pöbeleien, die die rückgratlose und nahezu vollständig entsolidarisierte politische Szene dieses Landes nicht einmal dazu veranlassen konnten, sich einheitlich und parteiübergreifend hinter ihre eigenen politischen Exponenten zu stellen, setzt  Herr Melnyk seinen Kurs fort. Er nutzt ausgerechnet das Gedenken des  mit allierter Hilfe und und einer zweistelligen Millionenzahl sowjetischer, allem voran russischer Opfer errungenen Sieges über Nazi-Deutschland und damit des Endes des unsäglichsten Martyriums und Genozids an über 6 Millione Juden Europas, um sich zu beschweren und zu fordern.

Worüber beschwert sich Herr Melnyk und was fordert er.

Als nur halbwegs geschichtsorientierter Mensch glaubt man angesichts soviel Impertinenz und geschichtsklitternder Dreistigkeit seinen Ohren und Augen nicht mehr trauen zu dürfen. Statt sich still und zufrieden über das wohl nur in diesem Lande und seiner unsäglichen Politik unverdient milde Vergessen der Geschichte zu freuen,  weil man ihm diese Heuchelei durchgehen lässt, beschwert er sich tatsächlich darüber, dass das Gedenken an das Leid der Ukraine während der Nazizeit immer noch ein blinder Fleck auf der deutschen Gedenkkarte ist und fordert  — nein es ist wirklich keine Satire – allen Ernstes ein Mahnmal für die ukrainischen Opfer des 2. Weltkrieges.

Nun muss man wissen, dass die Ukraine mit zu den größten Kollaborateuren der Nazis gehört, Sie hat zumindest zu Beginn des Krieges mit den von ihr herzlich willkommen geheißenen Nazis, während die russische Bevölkerung geblutet hat, gegen die Sowjetunion gekämpft und sich neben der Tötung von Russen und Polen vor allem durch den Verrat und der gemeinsam mit den Nazis verübten Ermordung von über zwei Millionen ukrainischer Juden hervorgetan.

Die in der sowjetischen Armee gefallenen Ukrainer waren nahezu sämtlich zwangsverpflichtet und nicht selten an Sabotage gegen die Sowjetarmee beteiligt. Freiwillige dienten sich —  zumindest in der ersten Zeit nach dem Kriegsangriff der Deutschen gegen die Sowjetunion  —  fast durchweg den Nazis an.

Es gab eine über siebzehntausend Mann starke freiwillige ukrainische SS-Division „Galizien“ der zuverlässigsten ukrainischen Nazi-Kollaborateure, die für die Deutschen kämpften. Eine über zweihundert Tausend Mann starke freiwillige Hilfspolizei war den ortsunkundigen Deutschen gern beim  Aufspüren und Ermorden von Juden zu Diensten. Allein ca. 50.000 dieser Hilfspolizisten waren unmittelbar an der Ermordung von ca. 850.000 Juden beteiligt.

Der Ort des schrecklichsten Einzelverbrechens an den Juden, die Kiewer Schlucht Babijar lag wie viele andere derartiger Verbrechensorte nicht zufällig in der Ukraine. In Russland konnten die Nazis trotz auch des dort nicht unüblichen Antisemitismus nicht auf soviel Sympathie und Hilfsbereitschaft bei der Ermordung von Juden hoffen.

So wurden in Babijar an nur zwei Tagen zu Yom Kippur im September 1941 über 33.000 jüdische Frauen, Kinder und Männer bestialisch erschossen. An dieser Aktion, wie sie genannt wurde, waren Angehörige des SD und des Sonderkommandos 4a, befehligt von SS-Standartenführer Paul Blobel,  der SS-Einsatzgruppe C unter dem Kommando von SS-Brigadeführer Otto Rasch, die für die sogenannten Exekutivmaßnahmen gegen die Zivilbevölkerung zuständig war, außerdem Kommandos des Polizeiregiments Süd der Ordnungspolizei, Angehörige der Geheimen Feldpolizei, ukrainische Hilfspolizisten, Mitglieder der Organisation Ukrainischer Nationalisten, OUN-Bandera und OUN-Melnyk sowie Angehörige der 6. Armee der Wehrmacht, unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau beteiligt. Vor den Erschießungen ist es nach Augenzeugenberichten unter ukrainischer Beteiligung auch zu massiver sexueller Gewalt gegen die weiblichen Opfer gekommen.

In jedem Fall wissen sollte man auch, dass sich besonders der Nazi-Kollaborateur, Kriegsverbrecher und Judenmörder Bandera, dessen Verbrechensorganisation auch bei den Juden-Erschießungen in Babijar beteiligt war und dort unter anderem auch Kleinkinder auf den Armen der verzweifelten Mütter erschoss, bevor die Mütter selbst getötet wurden, immer noch großer Verehrung und Beliebtheit bei nicht geringen Teilen der ukrainischen Bevölkerung erfreut. Es gibt in der Ukraine eine zweistellige Zahl seiner Denkmäler und viele Straßen in unterschiedlichsten Orten tragen seinen Namen.

Auch bei Seiner Exzellenz, dem ukrainischen Botschafter Herrn Melnyk scheint  der Kriegsverbrecher Bandera offensichtlich einen Stein im Brett zu haben. Jedenfalls besucht Herr Melnyk Banderas Grab und nennt ihn einen ukrainischen Helden. Natürlich verteidigt Herr Melnyk auch die Nazi-Truppe Asow, was sonst. Wenn Herr Melnyk zu recht die Ermordung von 3 Millionen ukrainischer Juden beklagt, vergisst er leider zu erwähnen, dass nicht wenige dieser unschuldigen jüdischen Frauen, Kinder und Männer auch Opfer ukrainischer Nazi-Kollaborateure, Denunzianten und Mörder geworden sind.

Vielleicht sollte ich es dabei belassen, obwohl noch sehr viel über den seit Chmielnicki immer wieder massiv und fulminant auftretenden Judenhass und die Judenpogrome beispielsweise in Kiev zu sagen wäre.

Es sollte reichen zu beleuchten, dass die Dinge so einfach und so schwarz-weiß nicht sind, wie es uns die gefährlichen grünen Gagas und ihre Anhänger glauben machen wollen.

Und da will ich noch gar nicht von der durchaus  zweifelhaften einheitlichen historischen Staatlichkeit der tief in sich zerrissenen Ukraine sprechen, die noch immer von dem Expansionslauf Stalins profitiert und gar nicht daran denkt, ehemalige polnische Gebiete, die ihr nach der Westverschiebung der sowjetischen Grenze zugewachsen sind oder auch ehemals habsburgische Gebiete im Süden zurückzugeben.

Und ja  — Russland hat angefangen !! Aber dieser Krieg hat mehrere Väter – nicht zuletzt auch bei uns und jenseits des Atlantischen Ozeans.

Vielleich sollten einige noch verantwortlich und Vernunfts-behaftet handelnde Entscheidungsträger bei uns trotz der gegenwärtig in Mode gekommenen,  sich gefährlich verselbstständigenden Kriegs-Dynamik versuchen, den Konflikt schnellstens durch beherzte Kompromissbereitschaft herunterzukochen.

Den in der Ukraine auch an ihren dubiosen Helden leidenden Frauen und Kindern wird das sehr viel Elend ersparen und für uns die Gefahr eines globalen Krieges, in den uns die Melnyks dieser Welt unbedingt hineinbringen wollen, ganz sicher auch bannen.

Dr. Rafael Korenzecher