Werden wir in Sachen Corona einen Moment der Wahrheit erleben? Dafür müsste zuerst wieder eine echte Zivilgesellschaft hergestellt werden.

Wer die Argumentationspirouetten der letzten Wochen und Monate noch im Kopf hat, die vielen Zusicherungen, die enttäuscht wurden, die falschen Versprechen von Freedom Day und Pandemie-Ende, dem fällt es naturgemäß schwer, daran zu glauben, dass es jemals so etwas wie eine Aufarbeitung der Corona-Pandemie geben wird. Denn was sollen die Pandemie-Treiber aus Politik, Medien und «der Wissenschaft» jetzt auch machen: sich selbst teeren, federn und rückwärts auf einem Esel aus der Stadt reiten?

Keine Aufklärung in Sicht

Wir haben zwei Jahre systemisches Versagen auf ganzer Linie erlebt. Kaum eine Institution gab es, die nicht Schuld auf sich geladen hatte: Politik, Medien, Wissenschaft, Kirchen, das Rechtssystem. Systeme erneuern sich jedoch nie aus sich selbst heraus. Sie sind träge. Sie können allenfalls durch äußere Erschütterung zur Reformierung gebracht werden. Dafür braucht es jedoch eine Art Nullpunkt, von dem man einen Neustart beginnen kann. Es bräuchte eine personelle und inhaltliche Grunderneuerung. Eine Art Frühjahrsputz und großen Kehraus für Institutionen. Nichts davon ist auch nur in Sichtweite. Kein Runder Tisch, keine Reform-, Historiker-, Wahrheitskommission, kein Untersuchungsausschuss. Nichts.

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