Im Januar 1965 brauchte der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard mal wieder Geld und pumpte den Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld um 40 000 Mark an, und zwar, so ist es einem Briefwechsel zu entnehmen, «in zwanzig Minuten, weil ich es eilig hatte». Unseld, der mit einer Grippe und 40 Grad Fieber im Bett lag, willigte geschwächt ein, worauf Bernhard triumphierend feststellte, er habe seinem Verleger für jedes Grad Körpertemperatur 1000 Mark bzw. für jede Minute der Unterredung 2000 Mark abgeluchst: Er sei eben nicht nur Dichter, sondern auch Kaufmann.

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