Wie schon vor knapp einem Jahr dokumentiert, sind Medien oft der Hauptfaktor für Desinformation in Bezug auf die Covid-19-Impfung.

Inzwischen legen Medien kräftig nach und tragen Holz für den Scheiterhaufen herbei. Brunnenvergifter, Chindlifrässer, Kräuterfrauen, der Gärtner – jedes Zeitalter hat flugs Schuldige zur Hand und weiß sie zu benennen. Man kennt es: Je grösser das Getöse, desto mehr lenkt man ab von den eigentlichen Ursachen, von Auftraggebern, oder von seiner eigenen Ungebildetheit.

nau.ch ist ein Medienportal, welches ansonsten halbwegs akkurat unterwegs ist. Doch nun wird es offenbar vom T… geritten:

Wider jegliche Grundsätze, welche schon einem 9.-Klässler in Deutsch beigebracht werden, titelt das Medium:

   Ungeimpfte Schweizer leben in Parallelwelt.

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Dieses „Alle… sind…“ ist intelligenzmässig unterste Schublade – man würde es vielleicht in der Erstausgabe einer schlecht redigierten Schülerzeitschrift erwarten.

Es ist unverständlich, dass solche Titel von Berufserfahrenen mit MAZ-Abschluss absichtlich publiziert werden. Man kann das als redaktionellen Hassartikel empfinden, als bösartige Diskriminierung. Wer bezahlt nau für sowas? Die Impfstoffhersteller aus der anderen Parallelwelt?

Mein Vorschlag vom Samstagabend, den Titel zu ergänzen:

   „Coronavirus: Manche ungeimpfte Schweizer leben in Parallelwelt“

bleibt ungehört.

Als überassimilierter Ausländer muss ich mich ja nicht zwingend einsetzen für einheimische „Schweizer“. Vielmehr ärgere ich mich über Machtmissbrauch und – damit verbunden – den Dünkel, als Zeitung sei man im alleinigen Besitz der absoluten Wahrheit, die man aber nachweislich nicht begriffen hat. Allerdings zapft das eine oder andere Medium die „Weisheiten“ direkt bei Think-Tanks oder einschlägig berüchtigten Depeschenagenturen an, wo manche „His-Masters-Voice“-Menschen treu das verbreiten, was man ihnen – gerne auch unwissenschaftlich – befiehlt. Im vorliegenden Fall scheint aber die Redaktion eine Eigenkreation zu spreaden.

In der Hoffnung, einst selber Millionär zu werden, stimmen die Schweizer auf Vorrat über Gesetze ab, welche Arme benachteiligen, Reiche bevorteilen. Dieselbe Hoffnung auf Verbesserung ihrer eigenen Hierarchiestufe treibt etliche Schreiberlinge oder auch nicht selten Wissenschaftler an, das zu drucken oder zu publizieren, was das Establishment fordert. Und das eine oder andere Behördenorgan drückt diverse Augen zu, aus den ganz banalen gleichen Gründen.

Man kann es aber auch umgekehrt formulieren, wie es einst ein Geschäftspartner einer Wirtschaftsvereinigung bzw. eines Serviceclubs tat:

„Ja, Herr …….. wenn Sie aufhören könnten, Ihre Stimme immerzu so laut gegen Korruption, Filz und Betrug zu erheben – könnte es dann nicht sein, dass Ihre Firma auf einmal mehr Aufträge bekommen würde?“

OK – ist man halt ruhig. Oder: OK – schreib ich das halt und setze es in die Zeitung.

Die trotzdem mit sich selbst dazu kein OK finden, sind dann Querulanten, Verschwörer, Eigenbrötler, Systemfeinde, Volksschädlinge. „Die brauchen auch keinen Schutz durch ein Gesetz…“

Meine Prognose fürs 2022 (ganz ohne Astrologie zu bemühen): Dank zunehmendem Duckmäusertum wird es nicht besser werden, sondern schlimmer.

Quelle: E-Mail