In der DDR gab es das »Tal der Ahnungslosen«, und es gibt auch heute ein Gebiet in Deutschland, wo die Leute keine Ahnung haben, was in der Bundesrepublik passiert, und wir nennen es »Bundestag«.

In der DDR gab es Gebiete, die man das »Tal der Ahnungslosen« nannte. Diese lagen gewissermaßen »im Osten des Ostens«, um Greifswald und um Dresden herum. In diesen »Tälern« konnten die Bürger nicht das Fernsehen aus dem Westen empfangen, und also hatten sie wenig(er) Ahnung davon, wie das Leben drüben im Westen war.

Wie ich ausgerechnet darauf komme? Nun, in Berlin hat sich ein neuer Bundestag konstituiert.

Es ist spannend, sich einmal die Berufe anzuschauen, welche die neuen Bundestagsabgeordneten so aufweisen (etwa bei welt.de, 27.9.2021).

Die mit großem Abstand größte Teilgruppe der »Neuen« sind Rechtsanwälte, gefolgt von Politikwissenschaftlern und Lehrern.

Die Jurisprudenz ist gewiss eine geschätzte und angesehene Beschäftigung, doch es ist nicht wirklich das, was man das produzierende Gewerbe nennen würde, im besten Falle helfen sie den Produzierenden und Exportierenden, ihre Güter herzustellen und ihre Produkte im Markt zu platzieren.

Viele Studenten der Politikwissenschaft planen wahrscheinlich ohnehin ein Leben der Politik. Lehrer sind ein wichtiger und essenzieller Beruf, doch auch sie produzieren keine fürs Wirtschaftswachstum relevanten Produkte (außer man will gebildete Kinder als solche betrachten).

Diese Menschen wollen Volksvertreter sein, doch wie kann einer mich vertreten, der mich nicht versteht – der mich nicht verstehen kann?

Wir haben in Deutschland ein neues »Tal der Ahnungslosen«, und dieses liegt in Berlin, und die neue Regierungskoalition führt dabei auch noch schmerzhaft vor, wie austauschbar all diese Ahnungslosen sind.

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