Mit Kevin und Annalena

Familien sitzen am sprichwörtlichen Frühstückstisch zusammen, der selbstredend auch ein Couch-, Mittags- oder Kneipentisch sein kann, und sie fragen sich: Wie weiter? (Oder auch: Was jetzt?!)

Was haben wir vom Staat zu erwarten, was wird neu sein, was wird bleiben? – An Bauchweh werden jene leiden, die bei Nietzsche weiterlesen, denn er verspricht ihnen dies: »Staat nenne ich’s, wo Alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo Alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord Aller-›das Leben‹ heisst.«

Vor vier Jahren noch pries ich Herrn L., dass er sich der »Jamaika-Koalition« unter Frau M. entzog, und damit dem, was ich den Suizidalismus nannte (siehe meinen Essay vom 20.11.2017: »Suizidalismus – ein Name für diese Epoche«). Nun will und wird wohl auch derselbe Herr eine Koalition mit SPD und Grünen eingehen (siehe bild.de, 9.10.2021). Mein Lob ist spätestens seit Thüringen verstummt. Ist der Suizidalismus des Westens, wie angeblich der Klimawandel, unausweichlich? (Notiz: Februar 2020, im Essay »Kann Merkel-Deutschland sich ›Demokratie‹ nennen?«, postulierte ich, die FDP sei »erledigt«. Zumindest machtpolitisch lag ich wohl falsch – ob die FDP aber noch gesellschaftliche Relevanz jenseits von »eine der Blockflöten, die doch alle austauschbar sind« besitzt, das überlasse ich Ihnen; wie gesagt: die verhandeln mit der Kevin-SPD und den Annalena-Grünen, und wollen mit diesen die wirtschaftlich wichtigste Nation Europas regieren – wie ernst kann man das alles noch nehmen?)

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