Für den staatstragenden Mainstream-Feminismus stellen islamgenerierte Ehrenmorde – wie der Anfang August in Berlin durch zwei afghanische Männer begangene – in erster Linie lästige Störungen ihrer Integrationslegende dar. Mit begrifflichen Verrenkungen und rhetorischen Kniffen wird krampfhaft versucht, den islamischen Kontext dieser Taten auszuklammern (JR).

Am 6. August 2021 wurde bekannt, dass es in Berlin abermals einen Ehrenmord, durchgeführt von zwei afghanischen Männern, gegeben habe. Anstatt jedoch eine Debatte über die Ehrvorstellungen islamisch sozialisierter Männer und die Möglichkeiten der Verhinderung solcher Taten zu sprechen, übte sich die deutsche Linke lieber im Mäkeln über den Begriff des Ehrenmords. Dabei ist es beinahe überraschend, dass ein Ehrenmord in Deutschland überhaupt wieder überregionale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zwar hat sich der Begriff spätestens seit dem medial vielbeachteten Mord an der 28-jährigen Hatun Sürücü im Jahr 2005 etabliert; eine rege Berichterstattung oder offizielle Zahlen zu Ehrenmorden in Deutschland gibt es hingegen nicht: Allein auf der Internetseite ehrenmord.de findet sich ein sorgfältig recherchiertes Archiv der Ehrenmorde in Deutschland. Für die jüngste Vergangenheit zählt die Website zwischen 30 und 60 Ehrenmorde pro Jahr, wobei die Zahl seit 2015 merklich angestiegen ist. Die Dunkelziffer mag allerdings weit darüber liegen: Selbst, wenn ein Ehrenmord nicht unter dem Radar bleibt, weil das Opfer beispielsweise zuerst in ein anderes Land verschleppt wurde, lässt sich das Motiv oft nicht eindeutig feststellen.

Auch unter der Voraussetzung, dass man seinen Blick nur auf Deutschland richtet und damit beispielsweise von Ländern wie Pakistan absieht, in denen Ehrenmorde noch ein weit größeres Problem darstellen, gäbe es also allen Grund, einen Ehrenmord nicht nur als alle paar Jahre auftretenden Extremfall abzutun. Ausgerechnet aus dem Dunstkreis des Feminismus werden jedoch sogar Versuche unternommen, den Terminus mit fadenscheinigen Begründungen als rassistisch und frauenfeindlich zu etikettieren.

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