Die Berliner Journalistin Nemi El-Hassan sollte das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ moderieren. Dann kam heraus, dass sie 2014 an der antisemitischen Al-Quds-Demonstration teilnahm. Seitdem gibt es eine kontroverse Debatte über El-Hassans Israel-Bild, und inwieweit dieses einer Beschäftigung an einer öffentlich-rechtlichen Medienanstalt im Weg steht. Infolgedessen setzte der WDR die Zusammenarbeit aus. Zu Recht, findet unser Autor. Eine Analyse von Nemi El-Hassans schwierigem Geschichtsverständnis anhand eines Instagram-Posts.

Nemi El-Hassan: Palästinenser sind Opfer, Israelis Täter

Wenn die palästinensische Vertreibungserfahrung der hier lebenden Geflüchteten der ersten, zweiten und dritten Generation Teil der Erinnerungskultur Deutschlands werden soll, darf die jüdische Perspektive nicht vergessen werden – nicht nur die leidvollen Erfahrungen der Shoah, sondern auch jene der Mizrachim, der arabischstämmigen Juden, die innerhalb der israelischen Gesellschaft heute die größte Gruppe bilden. So wie die Palästinenser wurden auch ihre Ahnen in großer Zahl aus arabischen Ländern vertrieben, haben ihren Besitz, ihre Heimat verloren. Eine Rückkehr ist derzeit unvorstellbar.

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