Präsident Obama wollte ebenso wie die deutsche Bessermensch-Politik im Zuge seines linken „Nation Building“-Irrglaubens ausgerechnet am islamisch zerrütteten Hindukusch „muslimische Herzen und Köpfe“ gewinnen. Doch diese Pläne sind nicht zuletzt durch den stümperhaften Abzug der Amerikaner und durch das Versagen eines weiteren Präsidenten der Democrats, nämlich Joe Biden, für den Preis mehrerer tausend amerikanischer Leben so krachend gescheitert, dass es auch bei der jetzigen, erneuten Machtübernahme der Taliban keinesfalls den gewünschten Einsatz von afghanischer Regierung und Armee für die vermeintlich bereits vollzogene Demokratisierung des Landes gab. Vielmehr gab es von Seiten der afghanischen Bevölkerung kaum eine nennenswerte Gegenwehr, stattdessen schnelle und vielfache Fraternisierung mit den Taliban.

Die Eroberung Afghanistans durch die Taliban ist besonders gut für noch mehr Medien-Schlagzeilen.

Afghanistan ist nicht gefallen – weil Afghanistan niemals existiert hat. Die afghanische Armee hat ihre Waffen niedergelegt, weil auch sie nie existiert hat. Und das nicht nur, weil viele der 300.000 Soldaten imaginär waren. Ihre paschtunischen Mitglieder ergaben sich ihren Taliban-Paschtunen oder flohen in den Iran oder nach Usbekistan, je nach ihrer Stammes- oder Religionszugehörigkeit, die im Gegensatz zu Afghanistan sehr real ist.

Die afghanische Armee war da, weil wir 90 Milliarden Dollar dafür ausgegeben haben. Ähnlich wie Afghanistan mit seinem Präsidenten, seiner Verfassung und seinen Wahlen existierte, weil wir ein Vermögen dafür ausgegeben haben. Als wir gingen, floh der Präsident, die Armee brach zusammen ebenso wie der ganze Staat Afghanistan: Das Musical in Kabul war nun geschlossen.

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