Manche Leute vermuten, dass hinter Corona, Afghanistan und Klimapanik jeweils ein geheimer Plan sinistrer Mächte steckt. – Was, wenn KEIN Plan dahintersteckt, und wir schlicht aufs Chaos zusteuern?

Im Film »2012« geht die Erde kaputt (wegen »mutierender Neutrons« – Hollywoodphysik), und Menschen wollen sich mit einer neuen »Arche« retten.

Der Bau jener Arche im Film wurde finanziert, indem die Erbauer weit im Voraus teure Tickets an Superreiche verkauften – so weit, so realistisch.

Am Ende stirbt tatsächlich ein Großteil der Menschheit, doch eine Auswahl wird, zusätzlich zu den Reichen und Wichtigen, in der neuen Arche gerettet, um »die Spezies zu erhalten« (»continuation of our species«), und sie steuern neuen, sicheren Grund an – auf dieser Erde wohlgemerkt.

Von der Erde aufgefressen

Die Hollywood-Physik und geradezu magische Geologie des Films 2012 sind mit der Fantasie freischaffender Hollywood-Drehbuchautoren präziser zu erklären als mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. (Warum man andere Klima-Vorhersagen von in Hollywood basierten Aktivisten ernster nehmen sollte, das wäre wohl eine andere, eigene Frage.)

Durchaus spannend und in menschlicher Psyche verankert sind dagegen einige der aufgeworfenen psychologischen und philosophischen Fragen.

Zwei Fragen stechen hervor! Erstens: Nach welchen Kriterien sollen die Menschen ausgewählt werden, die auf der Arche gerettet werden? Zweitens, noch komplizierter: Beim Kollaps verlieren Geld und Verträge alle Bedeutung, warum werden also noch immer die Superreichen und Großkopferten für die Arche bevorzugt? Warum gehorchen die Menschen den Mächtigen, selbst wenn die praktischen Mittel derer Macht gerade von der Erde aufgefressen wurden?

Der wahre Plan

Wenn ich in diesen Essays schreibe, dass ich mir der Mechanismen hinter aktuellen Ereignissen nicht sicher bin, schreiben mir immer wieder Menschen in E-Mails, dass der wahre Plan doch offensichtlich sei – und dann verlinken sie etwa diesen oder jenen Beitrag auf einem Blog der Freien Denker. (In einem Beitrag auf reitschuster.de vm 18.8.2021 wird etwa erläutert, dass der Vormarsch der Taliban abzusehen und den Westmächten klar war, wenn auch nicht so schnell – doch auch dort wird nicht gesagt, warum man das sehenden Auges zuließ.)

Mir persönlich fehlt die Angst, Ungewissheiten und Situationen ohne sichere Erklärung zu ertragen. »Ich weiß nicht« zu sagen, das bereitet mir weit weniger Schmerzen, als die Möglichkeit, »ich weiß es« zu sagen, und doch zu ahnen, dass andere, mir widersprechende Erklärungen durchaus ihre Stärken haben.

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