Die ohnmächtige Kirche darf nicht von uns verspottet werden.

„Dein Reich komme“ – DAS BETET NICHT DIE FLIEHENDE FROMME SEELE DES EINZELNEN. DAS BETET NICHT der Utopist der Schwärmer, der hartnäckige

Weltverbesserer – das betet allein die  Gemeinde der Kinder der Erde, die sich nicht absondern, die keine besonderen Vorschläge zur Besserung der Welt anzubringen haben, die auch selbst nichts besseres sind als die Welt, aber die in der Mitte, in der Tiefe, in der Alltäglichkeit und Unterworfenheit der Welt gemeinsam ausharren – weil sie nun mal eben in dieses Dasein in wunderlicher Weise treu sind, und die unverwandt ihren Blick heften auf den seltsamen Ort der Welt, an dem sie  die Durchbrechung des Fluches, das tiefste Jasagen Gottes zur Welt staunend vernehmen,  an dem mitten in der sterbenden, zerrissenen, durstenden Welt etwas sichtbar wird, dem der glauben kann – an die Auferstehung Jesu Christi. Hier ist das Wunder schlechthin geschehen. Hier ist das Todesgesetz zerbrochen, hier kommt das Reich Gottes selbst auf Erden zu uns, in unsere Welt,  hier ist das Bekenntnis Gottes zur Welt, der Segen Gottes, der den Fluch aufhebt. Es ist wirklich genau dieses Geschehen, an dem allein sich das Gebet um das Reich entzündet.

Quelle: E-Mail-Fund