SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht der am 11. August beschlossene Ausschluss geringverdienender Ungeimpfter vom öffentlichen Leben nicht weit genug. Alle Ungeimpften sollen von bestimmten Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Daher zur Erinnerung, womit er sein seuchenpolitisches Renommee erarbeitet hat.
Zum Ergebnis der gestrigen Ministerpräsidentenkonfeerenz äußerte sich Lauterbach so:

Ich hätte es besser gefunden, Großereignisse mit Hunderten Menschen in Clubs oder Hallen auf Genesene und Geimpfte zu begrenzen. Denn es sind potenzielle Superspreader-Events.“

Mit der Testpflicht in Innenräumen ab einer Inzidenz von 35 könne man aber „sehr gut arbeiten“. „Ich hätte die Grenze noch unter einer Inzidenz von 35 gesetzt“, sagte Lauterbach.

Lauterbach gilt in der SPD und den Medien als Koryphäe in Sachen Corona. Er empfahl im April 2020 in einer Talkshow den Menschen, sich Atemschutzmasken aus Staubsaugerbeuteln zu basteln, was sich – wenig überraschend – als unwirksam und ungesund herausstellte. In einer anderen Talkshow nannte er ohne solide Basis eine Quote von sieben Prozent der Kinder, die als Covid-Patienten Long-Covid entwickeln. in einer anderen Talkshow gab Lauterbach das Alter der Intensivpatienten mit Covid frei erfunden mit 47 bis 48 Jahren an und schloss daraus, dass sehr viele Kinder durch Covid ihre Eltern verlören. Da mussten sich die BR-Faktenfüchse ziemlich anstrengen, das kleine Körnchen Wahrheit und Plausibilität in dieser als Statistik verkauften Erfindung herauszuschälen und aufzupolieren. (Es seien tatsächlich viele Berufstätige unter den Intensivpatienten.)

Am relevantesten für Lauterbachs aktuelle Einlassungen, dass man zu Großereignissen keine Ungeimpften mehr zulassen dürfe, auch keine Getesteten, ist Lauterbachs jüngster Fehlgriff. Anfang Juli ging er wegen der Spiele der Fußball-Europameisterschaft in London auf Twitter in die Vollen, bei denen Geimpfte und negativ Getestete in großer Zahl ins Stadtion durften. Er schrieb:

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