Apple hat angekündigt, automatisch die iPhones der Benutzer nach verbotenen Fotos zu durchsuchen und gegebenenfalls an die Behörden zu melden. Wie gut, dass diese Technik von keiner Regierung missbraucht werden kann!

Mancher von Ihnen, liebe Leser, trägt ein Apple-iPhone in seiner Tasche. Vielleicht nutzen Sie ja auch einen Apple-Mac als Arbeitscomputer. Manche lesen diese Essays auf einem iPad-Tablet.

Seit mehr als einem halben Jahrzehnt schon predigt der reiche Apple-Chef Tim Cook den schönen Slogan, dass Privatsphäre ein »Menschenrecht« sei (npr.org, 1.10.2015cultofmac.com, 15.6.2021). Es war ihm tatsächlich gelungen, die berüchtigte »Apple-Steuer«, also den geschätzten 100-300% Mehrpreis für Apple-Produkte unter anderem damit zu begründen, dass Apple angeblich die Privatsphäre seiner Nutzer besonders gut schütze.

Apple legte sich öffentlichkeitswirksam mit US-Behörden an, als man sich weigerte, sogar das Telefon eines Terroristen für das FBI zu entsperren (siehe Wikipedia). – Es hat schon lange niemand mehr bestritten, dass Apple wirklich gut im Marketing ist.

Diesen Montag erklärte Apple nebenbei, dass man ab sofort die Fotos aller beim Apple-Dienst »iCloud« angemeldeten Apple-Nutzer automatisch durchsuchen werde, ob nicht ein illegales Foto darunter sei (siehe etwa reuters.com, 9.8.2021). Mit »illegalen« Fotos sind hier Bilder von Kindesmissbrauch gemeint.

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