Im Rahmen der größten Demokratie-Krise seit dem 2. Weltkrieg fällt eines immer wieder auf: Politiker wechseln Meinungen und Standpunkte wie andere Menschen Kleidungsstücke. Der vor kurzem in seinem Amt bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) polarisiert nun mit der Forderung nach einer Impfpflicht gegen SARS-CoV2 – und das obwohl er genau jenes noch vor kurzem öffentlichkeitswirksam ausschloss.

In einer Stellungnahme der dpa (Deutsche Presse-Agentur) gegenüber bemühte sich der baden-württembergische Ministerpräsident aber, die Wogen zu glätten. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, so der Grünen-Politiker am Wochenende in Stuttgart. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“ Es könne gut sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“. Kretschmann nannte als Beispiel die bereits bestehende Impfpflicht gegen Masern. „Da gibt’s auch eine Impfpflicht für die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind.“ Man werde die Pandemie ohne Impfungen auf Dauer nicht „in die Knie zwingen“ können. Noch vor wenigen Wochen sprach sich der Grüne gegen einen Zwang zur Impfung aus, man setze auf Überzeugungsarbeit. weiter