Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus Afghanistan und beantragen in Deutschland Asyl.
Ihr Antrag wird von der Ausländerbehörde als unbegründet zurückgewiesen.
Sie klagen vor dem Verwaltungsgericht und treffen dort auf einen Richter, der ihnen nicht behagt.
Sie, nein, der Anwalt, der von Steuerzahlern finanziert an Ihre Seite gestellt wird, stellt einen Befangenheitsantrag gegen den entsprechenden Richter.
Drei Richter der Kammer, zu der der Einzelrichter gehört, lehnen, ohne Zutun dieses Einzelrichters den Befangenheitsantrag ab.

Was liegt für Sie als Flüchtling aus Afghanistan in dieser Situation näher, als ein altes Urteil des Richters, den sie gerne für befangen erklärt haben wollen, auszugraben und zum Anlass zu nehmen, eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht einzureichen? Spielen wir nicht alle ständig mit dem Gedanken, eine Verfassungsbeschwerde einzureichen und haben wir nicht alle beste Kenntnis vom dazu notwendigen Prozedere und das Kleingeld, das zur Klageführung notwendig ist? Überhaupt, nichts ist so einfach, wie eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu erheben. Lieschen Müller macht das ständig  – oder? weiter