Die deutsche Wikipedia weist immer deutlicher eine politische Schlagseite auf. Es zeichnet sich eine neue Strategie ab: Nicht mehr nur verdrehen, sondern gleich ganz verschweigen. Egal ob Baerbocks Plagiate oder ein Atomenergie-Verein – was nicht gefällt, existiert nicht mehr. Ein Autor ist besonders aktiv.

Auf Baerbocks Wikipedia-Seite findet sich wenig Kritisches. Der ganze Wirbel rund um ihren Lebenslauf, der wochenlang die Schlagzeilen beherrschte, findet sich bei Wikipedia bis heute nur in einem Satz: „Im Rahmen ihrer Kanzlerkandidatur – und diesbezüglicher journalistischer Recherchen – nahm Baerbock mehrere inhaltliche Korrekturen ihres Lebenslaufs vor. In Verbindung mit nachgemeldeten Nebeneinkünften als Bundestagsabgeordnete geriet sie bei zahlreichen Medien in die Kritik.“

Zur aktuellem Debatte rund um die offensichtlich abgeschriebenen Stellen in ihrem Buch findet sich kein Hinweis. Die Seite ist außerdem soweit geschützt, dass sie nur noch von Administratoren bearbeitet werden kann. Das Argument warum man das nicht dokumentieren wolle? Man sei kein Newsticker. Zum Vergleich: Im Eintrag über Hans-Georg Maaßen werden alle aktuell laufenden Vorwürfe, etwa der des Antisemitismus, breit aufgezählt.

Immer wieder im Mittelpunkt: der Nutzer „TheRandomIP“, als „Sichter“ hat er zwar einen relativ niedrigen Wikipedia-Rang, dennoch setzt er sich in Debatten durch und scheint das Ohr etlicher Wikipedia-Administratoren zu haben. Zur Diskussion, ob man über die Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock ein paar Zeilen verlieren sollte, schreibt er: „Ich bin gegen die Aufnahme. Schon wieder so ein Nicht-Thema unserer auf Sensation und Boulevard fokussieren Medien. Würde noch abwarten, auf Presseberichte aus der Distanz warten, wenn überhaupt.“ weiter