Zugegeben: Dieser Text ist entstanden, weil ich mich mal wieder geärgert habe. Eigentlich halte ich es mit Curt Goetz, der eine seiner Figuren sagen lässt: „Ärgern Sie sich nicht, wundern Sie sich nur.“ Aber das klappt nicht immer. Diesmal habe ich (ein Mittelding zwischen ärgern und wundern) den Kopf geschüttelt, als ich in einem Text von Josef Joffe in der Neuen Zürcher las, wie bei einem offiziellen Anlass in Amerika ein Gebet beendet wurde: „Amen and Awomen“. Ach ja, stimmt ja: Die Sprachverhunzung, die auch bei uns fröhliche Urständ‘ feiert, ist ein Import aus Amerika.

Aber man muss ja nicht alles importieren. Darum frage ich mich: Was ist bekloppter – dass der norddeutsche Ort Negernbötel umbenannt werden soll oder das amerikanische „Amen and Awoman“? Schwer zu entscheiden. Das Negern in Negernbötel hat mit Afrikanern nichts zu tun und das „men“ in Amen hat nichts mit Männern (men) zu tun. Aber die beiden Beispiele zeigen, dass der Bazillus der menschlichen Dummheit, den Dr. med. Hiob Prätorius laut Curt Goetz finden wollte, virulenter denn je ist. Allerdings: So lächerlich „woke“ sein kann, so ärgerlich und sogar gefährlich sind einige Marotten der Erweckten. weiter