Herr Professor Wiesendanger, als wir im Februar kurz nach der Veröffentlichung Ihrer Studie miteinander sprachen, gab es gerade eine Diffamierungskampagne gegen Sie, die nicht nur von Journalisten, sondern auch von einigen Politikern und sogar dem AStA der Universität Hamburg betrieben wurde. Haben sich inzwischen einige von diesen Leuten bei Ihnen entschuldigt?

Es gab nach der Veröffentlichung meiner Studie sehr unterschiedliche Reaktionen. Die extrem negativen oder sogar diffamierenden Reaktionen einiger Medien, das ist das eine; auf der anderen Seite die überaus positiven Reaktionen aus allen Berufsgruppen, von Ärzten, Juristen, Wirtschaftswissenschaftlern, aber auch aus breiten Schichten der Bevölkerung, die mir alle ein großes Lob gezollt und ausgedrückt haben, dass sie es großartig finden, dass ich mit diesen wesentlichen Informationen an die Öffentlichkeit gegangen bin. Die Labortheorie ist ja damals bei vielen „Faktencheckern“ als „Verschwörungstheorie“ durchgefallen. Viele haben gesagt, dass ich gerade deshalb unbedingt dranbleiben und weitermachen soll mit dem Thema und dass sie wünschen, weiterhin wahrheitsgemäß informiert zu werden. Das heißt, es gab sehr unterschiedliche Reaktionen: einerseits die von einigen Medien, andererseits die der breiten Bevölkerung. Die große Diskrepanz sah man ja auch an Leserkommentaren zu der Berichterstattung einiger Journalisten. weiter