Militante Palästinenser haben Israel seit Montag vergangener Woche mit mehr als 4000 Raketen beschossen, was Israel mit Hunderten Luftangriffen auf den Gazastreifen beantwortet hat. Nun einigten sie sich auf eine Waffenruhe ab Freitag.

Das israelische Kabinett hat einstimmig einen Vorschlag Ägyptens über eine Waffenruhe gebilligt. Dies teilte ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am späten Donnerstagabend mit. Es handele sich um eine einseitige Waffenruhe ohne jegliche Vorbedingungen, die zu einer Stunde in Kraft treten solle, die noch vereinbart werden müsse, sagte der Sprecher weiter. Die politische Führung habe betont, dass die Realität vor Ort das weitere Vorgehen bei den Kämpfen bestimmen werde. 

Israelische Medien hatten zuvor berichtet, dass das Feuer im Konflikt mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen am Freitag um 02.00 Uhr Ortszeit (01.00 MESZ) eingestellt werden sollte. Die israelische Armee würde demnach ihre Angriffe im Gazastreifen vorerst stoppen. Sollten aber die Palästinenser ihre Raketenangriffe fortsetzen, sei die Waffenruhe umgehend wieder aufgehoben.

Israel habe Ägypten schon vor der Sitzung mitgeteilt, dass es zu einer Vereinbarung im Sinne von „Ruhe gegen Ruhe“ ohne ein größeres Abkommen bereit sei.

Die Hamas im Gazastreifen äußerte sich zu der Ankündigung zunächst ablehnend. „Wir sind diejenigen, die eine Waffenruhe oder einen Waffenstillstand verkünden, nicht die Besatzungsmacht“, sagte ein Sprecher der Organisation in Gaza.

Direkt nach der Mitteilung über Israels Entscheidung für eine Waffenruhe gab es erneut Raketenalarm in den israelischen Grenzorten am Rande des Gazastreifens.

Das Weiße Haus hatte zuvor Berichte über Schritte in Richtung einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas als „klar ermutigend“ bezeichnet. Israel habe „bedeutende militärische Ziele“ bei seinen Angriffen gegen Ziele der Hamas erreicht, sagte Pressesprecherin Jen Psaki. Deshalb erwarte US-Präsident Joe Biden, dass mit einem Zurückfahren der Operation begonnen werde. weiter