20 Jahre zweite „Intifada“ (Teil 4): Ein jüdischer Student als Spielball im Medienkrieg

Ende September 2000 heizte ein dramatisches Foto in der New York Times die Stimmung gegen Israel weiter an. Es schien einen jungen Palästinenser zu zeigen, der auf dem Tempelberg von einem israelischen Polizisten blutig geschlagen wurde. Doch der vermeintliche Palästinenser war in Wahrheit ein jüdischer Student aus den USA, den der Polizist in einem arabischen Stadtteil vor einem palästinensischen Lynchmob schützte.

Die zweite „Intifada“ der Palästinenser, die vor 20 Jahren begann, wurde immer wieder auch von ihrer medialen Widerspiegelung befeuert. Zum einen durch verzerrte Darstellungen von bedeutsamen Ereignissen wie Ariel Sharons Tempelberg-Besuch, der anders, als es vielfach hieß, keineswegs die Gewalt ausgelöst oder gar verursacht hat, schließlich war die „Intifada“ da schon längst geplant. Zum anderen durch ikonische Bilder wie beispielsweise jenes, das den palästinensischen Jungen Mohammed Al-Dura in den Armen seines Vaters zeigt, scheinbar tödlich von israelischen Kugeln getroffen. Dass sich die Dinge ganz anders zugetragen hatten, stellte sich erst zu einem Zeitpunkt heraus, als die antiisraelischen Mythen, die sich um dieses Ereignis rankten, nicht mehr aus der Welt zu schaffen waren. weiter