Der Nachweis einer Corona-Impfung wird zum Schlüssel für die Aufhebung von Freiheitsbeschränkungen, etwa beim Reisen. Im Juni soll der fälschungssichere EU-Impfnachweis (Green Certificate) in Deutschland starten, kurz danach in der ganzen EU.

Der digitale Impfnachweis der EU nimmt Fahrt auf. Die Idee: Ein Zertifikat weist eine Impfung, die Immunisierung durch eine überstandene Infektion oder ein aktuelles negatives Testergebnis nach. Steht bei der Kontrolle alles auf Grün, ist das Zertifikat gültig. Nach dem Vorschlag der Europäischen Komission im März 2021 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten schon einen Monat später über die technischen Spezifikationen des „Digital green certificate“ geeinigt. Noch im Juni, so erfuhr COMPUTER BILD aus EU-Kreisen, soll die App in Deutschland für jedermann freigeschaltet werden, außerdem in weiteren Ländern wie Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien, Österreich. Offiziell wurde der Termin noch nicht bestätigt, doch das Bundesgesundheitsministerium erklärte auf Nachfrage von COMPUTER BILD immerhin, die Apps würden „in der zweiten Hälfte des 2. Quartal 2021“ zur Verfügung stehen. Entwickelt wurde das System wie die Corona-Warn-App von den deutschen Firmen SAP und Telekom. Wie aber funktioniert der digitale Impfnachweis?

Wie Corona-Warn-App: Keine zentrale Speicherung

Nachdem Datenschützer zunächst eine zentrale Speicherung für den Impfnachweis per App befürchteten, setzt die EU nun ähnlich wie bei der Corona-Warn-App auf einen dezentralen Ansatz. Dabei werden im Einsatz keine persönlichen Daten übertragen, es wird lediglich die Gültigkeit des Nachweis-Zertifikats überprüft. Dennoch soll das Kernziel des Impfnachweises erreicht werden: Ein zuverlässiger, fälschungssicherer Nachweis über die Impfung (oder eine Immunisierung nach überstandener Infektion), den mindestens alle Länder der EU akzeptieren. Bei der Prüfung des Zertifikats wird lediglich anhand der im Handy gespeicherten Verifizierungsschlüssel (Public Key) die Echtheit der Daten überprüft, die direkt bei der Impfung im Zertifikat gespeichert wurden. Das bedeutet auch: Das Smartphone benötigt keine Internetverbindung.

Wie funktioniert der digitale Impfpass?

Der digitale Impfpass funktioniert in mehreren Schritten:
1. Zertifikatsausgabe bei der Impfung: Schon bei der Impfung stellt das Impfzentrum oder der Arzt ein Zertifikat aus, das digital signiert wird. Dieses Zertifikat enthält nur die notwendigen Basisdaten: Name, Geburtsdatum, Datum der Zertifikatsausgabe, Daten zu den Impfungen (verwendeter Impfstoff, Datum) – und eine individuelle Kennung des Zertifikats. Zusätzlich trägt es einen QR-Code zur Verifizierung. Statt der Impfung kann es auch eine bestätigte Genesung erfassen. Ein Test, etwa vor einem Reiseantritt, ist so ebenfalls nachweissicher. weiter