Aufgrund „systematischer Unterdrückung“ der Palästinenser hat die Menschenrechtsorganisation Israel der Apartheid bezichtigt. Die israelische Regierung weist das Gutachten als „verzerrte Wirklichkeit“ zurück.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Israel erstmals offiziell der Apartheid bezichtigt. In einem am Dienstag veröffentlichten, mehr als zweihundert Seiten umfassenden Gutachten heißt es, Palästinensern würden in Israel sowie im von Israel besetzten Ostjerusalem als auch im Westjordanland systematisch Rechte vorenthalten, die der jüdischen Bevölkerung gewährt werden. Diese Dominanz einer Gruppe sei auf Dauer angelegt, die Besatzung nicht mehr vorübergehend. Auch den Gazastreifen sieht Human Rights Watch als besetzt an.

Die Menschenrechtler berufen sich in ihrer Apartheid-Definition nicht auf den historischen Vergleich zum damaligen südafrikanischen Regime, sondern auf die Rechtsetzung des Internationalen Strafgerichtshofs, der zu Israel und Palästina kürzlich Ermittlungen aufgenommen hat. HRW will den Strafgerichtshof nun stärken und in den Ermittlungen auch den Straftatbestand der Apartheid berücksichtigt sehen. Den Haag definiert Apartheid als „inhumane Akte“, die „in einem Kontext eines institutionalisierten Regimes systematischer Unterdrückung und Dominanz einer rassischen Gruppe über eine andere rassische Gruppe oder Gruppen verübt werden mit der Absicht, dieses Regime aufrechtzuerhalten“. weiter