Der erste Ausgestoßene der Woche ist Boris Reitschuster. Wie der freie Journalist und Blogger bereits am Montag in einem Gastbeitrag auf Achgut.com mitteilte, wurde sein YouTube-Kanal für eine Woche gesperrt, nachdem er live von der Corona-Demo in Stuttgart berichtet und dort verschiedene Interviews geführt hatte. Auf einem Ersatzkanal Reitschusters wurde sein Interview mit dem Fußball-Weltmeister Thomas Berthold, das er am Rande der Stuttgarter Demo aufgezeichnet hatte, gelöscht. Angeblich enthalten Interviews und Redeausschnitte in der Stuttgart-Berichterstattung des Journalisten „falsche Aussagen“. Reitschusters Einsprüche gegen die beiden Zensur-Fälle wurden zurückgewiesen. „Die Tragweite der Entscheidung ist erheblich: Damit kann ich etwa meinen Abonnenten diese Woche nicht von der Bundespressekonferenz berichten“, kommentierte er.

Im Laufe des Montags gab YouTube Reitschusters Hauptkanal wieder frei. Kleinere kritische Medien wie Achgut.com hatten über den Fall berichtet, und viele Menschen hatten im Netz ihre Solidarität mit dem Ausgestoßenen bekundet. Doch der Frühling der freien Rede währte nur kurz. Bereits am Dienstag wurde Reitschusters YouTube-Kanal erneut gesperrt, diesmal wegen einer Liveübertragung von einer Demo in Berlin. Zensieren und Stummschalten nach Gutsherrenart. Willkürlicher geht’s nicht. weiter