Es nützt nichts zu bejammern, dass sich die Geschichte in anderem Gewand wiederholt. Viel wichtiger ist, ihr jetzt den eigenen Stempel aufzudrücken.

Er soll mal in einem Gotteshaus gewütet haben. Er soll Kranke allein mit ihrem Glauben an Genesung geheilt haben. Er scharte Männer und Frauen um sich und soll einen Umsturz der öffentlichen Ordnung vorbereitet haben: Jesus von Nazareth. Wie würde man ihn heute bezeichnen? Er wäre wohl ein Schwurbler, ein Querdenker von Gottes Gnaden, Umstürzler und natürlich Esoteriker. Jemand, der noch dazu dem Tod trotzt, ist gerade heute besonders verdächtig und subversiv. Wie passend, dass das Osterfest zum zweiten Mal pandemiebedingt ins Wasser fällt.

Es droht ein nihilistischer Strudel

In der Osterbotschaft liegen Anfang und Ende, Vergehen und Werden, Tod und Auferstehung so nah beieinander wie sonst nur selten in der Bibel. Viele Menschen ziehen daraus Trost. Der Glaube kann eine Rettungsinsel sein in einem Meer des zunehmenden Chaos, ein Orientierungspunkt mit Weitwinkelperspektive. Denn welche Rettungsinseln bleiben einem sonst noch? Der Trost der Logik? Fehlanzeige. Vertrauen in Institutionen? Zunehmend erodiert.

Gerade ist der Eindruck, als soll die Welt im Corona-Chaos versinken. Man spricht von einer Überforderung der Politiker, von Fehlern und von Versagen. Ist das naiv? Kaum jemand spricht von Sabotage, von mutwilliger Zerstörung westlicher Werte, von einer sichtbaren, tiefgreifenden Veränderung der DNA ganzer Gesellschaften, einem kulturellen Um- und Abbau ohne gleichen. Wir leben in Zeiten, in denen man den Augen und Ohren nicht mehr trauen kann und am eigenen Verstand zweifeln soll.

Gestern noch in die Ewigkeit gestanzte Wahrheiten sind heute nur noch Geschwätz von gestern. Die Widersprüchlichkeiten sind so himmelschreiend, dass man den Eindruck bekommen muss, dass das System hat. Politik und Medien schlagen seit Monaten mehr an Haken, als es der Osterhase je könnte. Der Twitter-Kanal „Argonerd“ dokumentiert diese Widersprüchlichkeiten in Endlosschleife und mit wachsendem Publikum. weiter