Auf dem Schreibtisch türmen sich dunkelblaue Mappen mit unterschriftsreifen Anordnungen. „Ich dachte, es gibt keine Zeit zu warten: Gleich mit der Arbeit anfangen“, sagt der neue Präsident Joe Biden kaum zwei Stunden nach seiner Ankunft im Weißen Haus. Er sitzt dabei erstmals als Amtsinhaber im Oval Office, dem Büro des US-Präsidenten. Hinter dem 78-jährigen sind prominent Familienfotos zu sehen und eine Aufnahme des gläubigen Katholiken mit Papst Franziskus. Biden bringt einen neuen und versöhnlichen Ton ins Weiße Haus – doch in der Sache startet er durch und macht umgehend Entscheidungen seines Vorgängers Donald Trump rückgängig.Unter Führung des Demokraten Biden meldet sich die Weltmacht Amerika zurück: Seine Regierung setzt bei den globalen Herausforderungen der Corona-Pandemie und des Klimawandels wieder auf internationale Zusammenarbeit. Auch in Fragen der Sicherheitspolitik will er den Jahren des Isolationismus unter Trump ein Ende bereiten. „Wir werden nicht einfach durch das Beispiel unserer Macht führen, sondern durch die Macht unseres Vorbildes“, versprach Biden bei seiner Vereidigung. Die USA würden wieder ein „starker und vertrauenswürdiger Partner für Frieden, Fortschritt und Sicherheit“, sagte er weiter.Nur Stunden nach seiner Amtseinführung leitete Biden am Mittwochabend (Ortszeit) die Rückkehr der USA in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Pariser Klimaabkommen ein. Zudem versprach Biden, die Beziehungen mit den US-Verbündeten wieder zu „reparieren“. An vielen Regierungssitzen in Europa schien nach den schwierigen Jahren mit dem Republikaner Trump daher die Erleichterung greifbar. „Ich freue mich auf ein neues Kapitel deutsch-amerikanischer Freundschaft und Zusammenarbeit“, zitierte etwa Regierungssprecher Steffen Seibert Kanzlerin Angela Merkel auf Twitter. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen waren unter Trump auf einen Tiefpunkt abgesackt. weiter
Bidens Rundumschlag: Trump-Beschlüsse zu Klima, Gesundheit und Mauerbau gekippt
21 Donnerstag Jan 2021
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