Das Ziel des Lockdowns ist, die 7-Tage-Inzidenz unter 50 pro 100.000 Einwohner zu drücken. Epidemiologe Klaus Stöhr nennt das „illusorisch“. Er sagt, niedrige Inzidenzen seien im Winter nicht zu erreichen und plädiert für eine ganz andere Strategie zur Bewältigung der Corona-Pandemie.

„Es wird vermutlich noch mehrere Wochen dauern, bis die Fallzahlen zurückgehen“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei fast 200 registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Ziel des Lockdowns ist, sie mindestens auf 50 zu senken. Selbst wenn die Maßnahmen mit der erwarteten Verzögerung Wirkung zeigen, wird das sehr schwierig und kein Experte erwartet ernsthaft, dass der Wert vor Februar in greifbare Nähe rücken könnte. Was aber soll geschehen, wenn dies nicht gelingt? Epidemiologe Klaus Stöhr erwartet im Gespräch mit ntv.de genau das, er hält das Ziel einer Inzidenz von 50 oder sogar niedriger schlicht für „illusorisch“ und mahnt eine veränderte Strategie zur Bewältigung der Pandemie an. In unserer Klimazone sei das Ziel einer 50er-Inzidenz nicht machbar, sagt er. Bei einer so hohen Infektiosität und weil noch mehr als 90 Prozent der Bevölkerung keine Immunität gegen das Virus entwickelt hätten, „können selbst drastische Einschränkungen die dauernde Viruszirkulation nur in einem begrenzten Umfang und dann nur über einen kurzen Zeitraum reduzieren“. Ein Inzidenzwert von unter 50 im Winter sei „illusorisch“, so Stöhr. weiter