»Nur noch ein Lied«, bat der Vorsitzende der Synagogengemeinde Potsdam, Ud Joffe. »Nein, keins mehr!«, rief eine Dame, offenbar von der Stadtverwaltung. Der Vorsitzende ließ sich aber nicht beirren und sang gemeinsam mit den Kindern der Synagogengemeinde die erste Strophe eines fromm-fröhlichen Liedes. Dann konnte er nur noch eilig verkünden, dass an alle Anwesenden ein Beutel mit Chanukka-Kerzenständer und -Kerzen verteilt würde. Für die Kinder sei ein »Berliner« darin, »nein, ein Krapfen – ein Pfannkuchen eben«.
Ob die aktuelle Corona-Verfügung hier den Ausschlag gegeben hatte, war zunächst unklar. Bei dem jüdischen Fest waren auch Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke und Kulturministerin Manja Schüle anwesend. Auch der Vorsitzende der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung Pete Heuer (alle SPD) schritt bei dem Vorgang nicht ein. Wie seit zehn Jahren war an diesem Abend die dritte Kerze des Chanukka-Leuchters entzündet worden, der groß und mächtig neben dem Landtagsgebäude errichtet worden war. weiter