Seit dem US-Präsident Donald Trump seinen Friedensplan für den Nahen Osten vorgestellt hat kam Bewegung in den Nahostkonflikt, der seit Jahrzehnten unlösbar schien. Zuerst schlossen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain Frieden mit Israel und unterzeichneten diesen feierlich auf dem Rasen des Weißen Hauses. Kurze Zeit später folgte Sudan. Es wird erwartet, dass auch Saudi-Arabien bald die Beziehungen mit Israel normalisieren wird, denn das Königreich erlaubte es Israel erstmals den Luftraum zu nutzen, um die VAE zu erreichen. Bereits im Januar diesen Jahres erlaubte Saudi-Arabien israelischen Touristen das Land zu besuchen. Im Sommer verhandelten Israel und Saudi-Arabien dann über die Kontrolle auf dem Tempelberg. Ende Oktober sagte Mossadchef Yossi Cohen, dass Israel und Saudi-Arabien kurz vor der Normalisierung stünden. Am Wochenende flog er als Begleitung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ins Königreich, um diese zu besprechen.
Am Sonntagabend flogen die beiden nach Saudi-Arabien, um den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und US-Außenminister Mike Pompeo, der vor wenigen in Israel war, zu treffen. Während des Besuchs in Saudi-Arabiens Megacity NEOM, die sich im Bau befindet, diskutierten sie mit Bin Salman und Pompeo über die Normalisierung und die Bedrohung aus dem Iran. Der Iran hatte am 14. November neue weiterentwickelte Zentrifugen in der Anlage Natanz in Betrieb genommen und damit den Atomdeal erneut gebrochen. Zusätzlich präsentierte der Iran jetzt ein neues schweres Kriegsschiff, dass mit Helikoptern und Raketen bestückt ist. Das iranische Regime sorgt dafür, dass sich Israel und die Golfstaaten annähern, weil sie es als gemeinsamen Feind betrachten. In Bezug auf die Normalisierung sollen nach den Aussagen eines saudischen Beamten noch keine Vereinbarungen getroffen worden sein.
Netanjahus Stellvertreter Benjamin Gantz wurde anscheinend nicht über die Reise informiert, eben sowenig wie Außenminister Gabi Ashkenazi. Damit setzte Netanjahu den Trend fort, Gantz und Ashkenazi nicht über wichtige diplomatische Entwicklungen zu informieren. Auch über die vorangegangenen Verhandlung mit den VAE und Bahrain vor Normalisierung ließ Netanjahu die beiden in Unwissen. Statt sie mitzunehmen zog Netanjahu am vergangenen Wochenende die Gesellschaft des Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad vor.
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