Die Staatsanwaltschaft Bremen wirft dem Kirchenbeamten der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) Volksverhetzung vor, weil er sich auf einem Eheseminar am 19. Oktober 2019polemisch zur Homosexuellenbewegung geäußert hat. Die damalige Rede Latzels war später über längere Zeit im Internet aufrufbar. Der 53 Jahre alte Theologe tätigte darin Äußerungen wie: „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day“ oder „Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist teuflisch und satanisch“. Die Staatsanwaltschaft hielt Latzel zu Prozessbeginn vor, er habe mit seinen Äußerungen den Hass angestachelt. Der Anwalt Latzels sprach hingegen von einem „politischen Verfahren“ und warf der Staatsanwaltschaft falsche Behauptungen vor. Latzel habe die Audio-Datei nicht selbst ins Internet gestellt; die Rede sei auch gar nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen. Bei dem Eheseminar hatte Latzel den rund dreißig Paaren gesagt: „Das bleibt alles hier und wird nicht rausgehauen über den Äther.“

 Für den Prozess vor dem Amtsgericht sind drei Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess findet wegen des öffentlichen Interesses und der Corona-Bestimmungen nicht im Gerichtsgebäude, sondern im Konzerthaus „Die Glocke“ statt.

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