Liebe Freunde,

durch Zufall bin ich darauf gestoßen, dass mit der starren „Gebührenordnung“ die deutschen Behörden bis heute von der Judenverfolgung der Nazis finanziell profitieren.

Dazu habe ich einen „offenen Brief“ formuliert, der bei Audiatur erschienen ist.

Ich hoffe, dass diese Ungeheuerlichkeit in anderen Medien und vor allem im der Politik ihren Widerhall  findet.

Ulrich W. Sahm

Verdienen deutsche Behörden bis heute an der Judenverfolgung der Nazizeit?

Ein Offener Brief an den Präsidenten des Landesarchiv Baden-Württemberg Prof. Dr. Gerald Maier

Sehr geehrter Herr Professor Maier

Den aktuellen Pressemitteilungen des Landesarchivs Baden-Württemberg kann man entnehmen, dass jetzt „das erste Pilotprojekt im Rahmen der Transformation der Wiedergutmachung“ auf den Weg gebracht“ wurde.

Wörtlich steht dort:

„Die Wiedergutmachung als Teil der Aufarbeitung des Unrechtssystems der Nazizeit war ein wichtiger Baustein für die junge Demokratie in Deutschland nach 1945». In der Tat werden die Bereitschaft und die Art, sich mit dem NS-Erbe auseinanderzusetzen, weltweit als wichtiges Beispiel dafür gesehen, wie von Diktaturen beherrschte Gesellschaften den Weg zur Demokratie finden können. In Deutschland ist das in Millionen von Akten dokumentiert. Die sind verteilt in den Archiven von Bund und Ländern gesichert. «Mit dem Projekt wird nun ein erstmals ein zentraler, digitaler Zugang geschaffen, den Betroffene und ihre Nachkommen, die Forschung und die Öffentlichkeit nutzen können», so Eva Maria Meyer, die im Bundesministerium der Finanzen mit ihrem Team das Projekt auf den Weg gebracht hat.“

Soweit die Pressemitteilung aus Ihrem Hause. Diese Millionen von Akten, von denen hier die Rede ist, betreffen aber ganz konkrete Menschen. Menschen, deren Verwandte zum Teil in der ganzen Welt verstreut sind. Haben Sie, oder die Mitarbeiter des deutschen Finanzministeriums sich jemals Gedanken darüber gemacht, was die Kenntnis dieser Unterlagen vielleicht auch für die Nachfahren der Betroffenen bedeutet?

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