Die Befreiung von Bergen-Belsen durch die britische Armee hat in den letzten Tagen viel mediale Aufmerksamkeit und viel Politiker-Betroffenheitsansprachen erhalten. Und natürlich wird die Gelegenheit genutzt, um zum Kampf gegen die In-Ismen der Jetzt-Zeit aufzurufen.

So hat Niedersachsens Ministerpräsident, Stephan Weil, in seiner Rede dazu aufgerufen, “die Erinnerung an Bergen-Belsen und die Verbrechen der NS-Zeit wachzuhalten. Dabei sei besonders wichtig, “die richtigen Lehren zu ziehen, und auch heute gegen alle Anzeichen von Antisemitismus, Rassismus und Unterdrückung mit aller Konsequenz vorzugehen”.

Die wolkigen Worte “Rassismus”, “Antisemitismus” mögen heute in sein, sie werden dem, was von britischen Einheiten am 15. April 1945 in Bergen-Belsen vorgefunden wurde, jedoch in keiner Weise gerecht. Einmal mehr spielt die Realität in einer ganz anderen Liga als die Begriffe, die so gerne benutzt werden, wenn auch kaum jemand eine konkrete Vorstellung damit verbindet.

Bergen-Belsen wurde am 15. April 1945 von britischen Special Commandos, des SAS (Special Air Service), befreit. Befreit ist vielleicht das falsche Wort, übernommen trifft es vermutlich besser. Wir geben im Folgenden eine Passage aus dem Buch “SAS Rogue Heroes” von Ben MacIntyre wieder, die aus Augenzeugenberichten, Interviews und Dokumenten, die MacIntyre im SAS-Archiv gelesen hat, zusammengestellt wurde.

weiter