Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben Norditalien inzwischen schlimmer getroffen als den vermuteten Ursprungsort China.
Schnell stellte sich die Frage nach den Gründen. Nur ein Achselzucken reicht Wissbegierigen nicht aus.
Was also verbindet Norditalien mit China?
Der Kommentar eines Lesers (Nickname „Salami“) in einer grossen schweizerischen Online-Tageszeitung vom 20. März 2020 liefert eine mögliche Erklärung. Er weist darauf hin, dass in Norditalien `zigtausende Schwarzarbeiter aus China Tag und Nacht auf engstem Raum schuften.
Ein weiterer Leser („Werner“) schreibt dazu: „Prato in der Toskana ist Italiens Zentrum chinesischer Billigmode. 10-tausende Chinesen arbeiten zu Hungerlöhnen in den Fabriken. Das COVID-19 wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit so nach Italien und über die Grenzgänger in die Schweiz eingeschleppt.“
Ein dritter Kommentarschreiber („Ansass“) ergänzt: „Das pikante ist, dass diese Arbeiter alle 90 Tage ausgetauscht werden und keinen eigentlichen Lohn, sondern nur Gutscheinheftchen erhalten, die sie dann in China einziehen können.“
Ist also der Virus auf diesem Wege nach Norditalien gelangt? Ich blicke auf die Zeitachse und spekuliere: Das chinesische Neujahrsfest fand am 25. Januar 2020 statt. Möglicherweise waren die Sklaven zu den Festtagen in China und kehrten anschliessend zum Arbeits-Saisonstart nach Norditalien zurück. Obwohl zu diesem Zeitpunkt die chinesische Stadt Wuhan bereits abgeriegelt war.
Ein Blick auf die Zeitachse einer Grafik von spiegel.de zeigt die ersten bestätigten Fälle in Norditalien am 31. Januar. Ab dem 21. Februar werden die ersten Todesfälle registriert. In den folgenden 2 bis 7 Tagen nehmen die Neuinfektionen zu. Später explodiert die Situation dramatisch.
Sind diese drei Leser in Besitz von geheimem Wissen? Oder geben die Medien dazu etwas her? Eine unvollständige Internetsuche zeigt, dass die Sklaven-Problematik schon seit Jahren bekannt ist. Ein erwünschter Effekt dabei ist: Die so hergestellten Bekleidungen können als „Made in Italy“ verkauft werden, was den Verkaufspreis hebt. Würden diese Bekleidungen in China hergestellt, könnte man italienisches Design und Manufaktur nicht geltend machen.
Die NZZ schreibt am 5. Dezember 2013:
Chinesen arbeiten auch nachts. Die chinesischen Textilarbeiter in Prato werden ausgebeutet. Zugleich sind sie eine Belastung für das Sozialsystem.
Der Deutschlandfunk berichtet am 1. März 2014:
Illegale Textilfabriken. Bangladesch in der Toskana. Sieben Chinesinnen und Chinesen starben [Anm: wegen einem Brand] bei „Teresa Moda“, eine von Tausenden chinesischen Textilfabriken in Prato. Enrico Rossi, der Präsident der Region Toskana, macht sich Sorgen. Er fürchtet um das Image der heiteren Urlaubsregion und möchte die „Sklaverei“ in Prato beenden.