Erdöl gibt es ab sofort fast geschenkt. Nachdem Saudi-Arabien am Wochenende eine Ausweitung seiner Produktion und Rabatte für seine Kunden in Europa, Amerika und Asien angekündigt hatte, fiel der Ölpreis in der Nacht von Sonntag auf Montag um über 30 Prozent.

Es war der größte Tagesverlust seit dem Golfkrieg 1991. Der Unterschied zur damaligen Situation: Seinerzeit stürzte der Ölpreis ab, nachdem er vorher wegen der Krise am Persischen Golf, der Unsicherheit und dem UN-Boykott gegen irakisches und kuwaitisches Öl über Monate stark gestiegen war.

Diesmal hingegen ist er von einem ohnehin schon relativ niedrigen Niveau (mehr als zwei Drittel unter dem historischen Höchstpreis von 2008) noch weiter in den Keller gestürzt. Die Aktien namhafter Ölunternehmen fielen teilweise um über 30 Prozent. Mit weniger als 35 Dollar pro Barrel hat der Ölpreis ein Niveau erreicht, bei dem nur noch die Produzenten mit den allerniedrigsten Förderkosten konkurrenzfähig sind. Die großen westlichen Ölkonzerne machen derzeit bei jedem Barrel Öl, das sie verkaufen, Verlust. Wohl niemand kann derzeit sagen, welche von ihnen in zehn Jahren noch existieren werden.weiter