Allein schon vom Auftreten her könnte der Kontrast kaum größer sein: Ob Giuseppe Conte in Italien, Emmanuel Macron in Frankreich oder Sebastian Kurz in Österreich – sie traten staatsmännisch vor die Öffentlichkeit in ihren Ländern, sachlich, sehr ernst, Führungsstärke ausstrahlend. Sie kündigten entschiedene Maßnahmen an, und machten auf den Ernst der Lage unmissverständlich aufmerksam.

Ganz anders Angela Merkel. Nachdem sie zuerst sehr lange faktisch wegtauchte, traute man bei ihrem Auftritt am Mittwoch vor der Bundespressekonferenz seinen Augen und Ohren nicht (anzusehen hier): Statt mit Hinweis auf den Ernst der Lage wie etwa Kurz beginnt sie ihren Auftritt mit Eigenlob – wie viel die Regierung gemacht habe. Für die Wirtschaft. Emotionslos wie immer liest sie die meiste Zeit vom Blatt ab. Sie redet, redet, und redet – von Wirtschaft, von föderalem Aufbau, von Förderalismus, von lokalen Verantwortungsträgern, von Konferenzen. Immer wieder lobt sie die Arbeit der eigenen Regierung. Keine Spur von Empathie, die in so einer Situation so nötig wäre. Dienst nach Vorschrift.

Die Kanzlerin grinst, lächelt, ja scherzt sogar, vor dem vertrauten Kreis ihrer Hauptstadtkorrespondenten (siehe hier, hier, hier oder hier); während Macron und Conte direkt an die Menschen im Lande sprechen und Ernsthaftigkeit vermitteln, vermittelt die Kanzlerin vor allem eines: Arroganz, Überheblichkeit und Abgehobenheit von den Menschen.

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Ach da war doch noch:

naidoo