ard zentrale

Israel kapert das Gedenken an die Shoa, es kapert überhaupt Yad Vashem, feiert dort eine Privatparty, auf der es zugeht wie in der Judenschul. Und dann kommt noch Russland mit seinem Mahnmal für die etwa eine Million Toten, die bei der Belagerung von Leningrad starben.

Bei demüberlangen bilateralen Gespräch“zwischen Netanjahu und Putin – und nur deutsche ARD-Mitarbeiter wissen, was angemessen und was überlang ist – bei dem Gespräch also ging es übrigens um die vorzeitige Freilassung der israelischen Yogalehrerein Naama Issachar, die als Transitreisende wegen eines Bagatellbesitzes von Haschisch in Russland zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilt worden war. Auf den Umstand, dass die Gedenkfeier 40 Minuten später begann als geplant, stützt Müller ihren Kommentar faktisch. Aber eigentlich geht es ihr um etwas Grundsätzliches, nämlich um die Feststellung, dass Israel als jüdischer Staat nicht einfach das Holocaust-Gedenken für sich in Anspruch nehmen kann. So etwas gilt nämlich alsnationales Eigeninteresse“.Was die Juden und die von ihnen beinahe vermasselte Judenmord-Erinnerung in Israel angeht: Im kommenden Jahr sollte der Gedenktag am besten gleich unter deutscher Leitung stattfinden, damit sich so etwas nie wiederholt. Von Organisation versteht Deutschland immerhin noch ein bisschen, wenn auch nicht mehr ganz so viel wie vor achtzig Jahren. weiter