Erwartungsgemäss mangelt es nicht an Zwischenfällen, wenn fast 50 fremde Staatsoberhäupter den jüdischen Staat besuchen, aus Anlass des Holocaustforums zum Gedenken an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Wegen des ungeklärten Status von Jerusalem, absolvieren die fremden Staatsgäste nur „private“ Besuche in der historischen Altstadt, weil die staatliche Souveränität dort umstritten ist.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron liess sich während seines Ganges durch die Gassen der Altstadt von israelischen Sicherheitsleuten und Polizisten beschützen. Doch bei der St. Anna Kirche nahe dem Löwentor kam es zu einem Zwischenfall, wie ihn schon vor 26 Jahren sein Amtsvorgänger Jacques Chirac ausgelöst hat. Am Eingang der zu Frankreich gehörenden Kirche mit einer atemberaubend guten Akustik beschimpfte Macron plötzlich die israelischen Personenschützer. „Die Regeln sind klar und werden sich auch unter mir nicht ändern.“ Unwirsch verlangte er von den Israelis, das Kirchengebäude augenblicklich zu verlassen, weil es unter französischer Souveränität stehe. Es fielen auch unschöne Wort wie „Provokation“, als ob die israelischen Polizisten den französischen Präsidenten zu ihrem Spassvergnügen begleiteten.

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