DER VERLUST VON PERSÖNLICHKEITEN

Ende der 80iger/Anfang der 90iger starb sie. Unsere Familienfreundin Helga Sanders. Krebs. 2 Tage vor ihrem Tod hatte ich sie noch im Krankenhaus besucht.

Helga war Jüdin, eine deutsche Jüdin, also eine, die Weihnachten mit einem Weihnachtsbaum zu Hause feierten, deren Vater eine leitende Stellung in einem deutschen Unternehmen gehabt hatte und die sich nur deshalb nicht im KZ wiederfand, weil ihre Eltern sie ins Ausland schickten. .

Als Helga nach dem Kriege nach Deutschland zurückkam war niemand mehr da, die gesamte Familie hatte man durch den Schornstein gejagt. Also heiratete sie irgendwann Rudi. Rudi, dessen Familie es wie Helgas ging, war beim Secret Service und half später die EL AL in Israel aufbauen. Eine beeindruckende Persönlichkeit.

Zunächst gingen sie nach Israel. Die Beiden bekamen dort 2 Kinder, Ihr Ältester war ein brillanter Schüler und wurde Pilot bei den Streitkräften. Er erhielt etliche Auszeichnungen und dann…..wurde er als einer von 21 Piloten im 6-Tage-Krieg abgeschossen.

Ein Tragödie, besonders für die Eltern. Danach kehrten sie nach Deutschland zurück und als Rudi krank wurde operierte ihn mein Vater und unsere Familien freundeten sich eng an.

Niemand konnten auf Familienfeiern so gut Witze reißen wie Rudi, zumeist jüdische Witze, richtig harte, ich bekam vor Schreck jedes Mal einen Herzstillstand. NIE hätte ein Deutscher solche Witze erzählen können, nie. Ein witzelnder Deutscher wäre schon damals als Nazi an die Wand genagelt worden. Aber Rudi konnte das.

Vielleicht war es seine Methode mit den Schrecken der Vergangenheit fertig zu werden. Aber er konnte nicht nur Witze reißen, er hatte auch wirklich etwas zu sagen. Und Helga auch. Wer zuhören konnte hatte die Chance eine Menge zu lernen und mitzunehmen.

Die Beiden waren echte Persönlichkeiten.

Und da erinnere ich mich eines Gespräches über den Verlust an Vorbildern und Persönlichkeiten den Helga so beklagte. Sie zählte damals Gründerfamilien auf, deutsche Gründerfamilien, aber auch internationale, Männer und Frauen die etwas geschaffen hatten, mit Ideen und Tatkraft zielstrebig ihre Vorstellungen umsetzten. Oft GEGEN den Zeitgeist.

Namen die heute noch von Firmen getragen werden, die nichts aber nichts mehr mit dem Geist ihrer Gründer zu tun haben. Siemens ist so ein Beispiel. Oder Firmen die es nicht mehr gibt, wie Henschel, deren Führungspersönlichkeiten aber auch heutigen jungen Menschen als Vorbild dienen können, wie Sophie Henschel.

Die Liste an Vorbildern und Persönlichkeiten die etwas gaben, etwas, was über die Zeit hinaus wirkte und nicht unbedingt einen Kotau vor dem herrschenden Zeitgeist machte, ist gar nicht so kurz. Wir finden diese Leute in Kunst und Kultur, in Unternehmen, in der Wissenschaft, in der Forschung.

Ja, ganz gelegentlich sogar in der Politik. Ich verzichte darauf hier jetzt Namenslisten aufzuschreiben. Wer interessiert ist kann die selber finden.

Der Verlust der Vorbilder und Persönlichkeiten also. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Heute haben wir es überwiegend mit Opportunisten und Scharlatanen zu tun. Mit Speichelleckern und Menschen die den Staub des Zeitgeistes für einen Orden halten. Ich kann doch meinen Kinder wirklich nicht einen

Heiko Maas, so eine unterbelichtete Lachnummer „der wegen Auschwitz in die Politik gegangen ist“, als Vorbild benennen.

Oder Joe Kaeser, CEO von Siemens, bei dessen nachträglich verhunztem Namen sich wahrscheinlich Werner von Siemens, der auch Politiker war, im Grabe umdreht. Wenn Opportunismus einen Namen hat, dann heißt er Joe Kaeser.

Oder vielleicht Frank-Walter Steinmeier? Über den ich jetzt nur deshalb nichts schreibe weil mir das als Verunglimpfung eines Bundespräsidenten ausgelegt werden könnte. Aber empfehlen? Niemals.

Oder vielleicht Frau Murksel? Wenn ich die meinen Kindern als Vorbild empfehle brechen die vor Lachen zusammen. Mein Junior als Maschinenbauer würde vielleicht sagen: „Sie ist ein Beispiel dafür, wie eine Fräse alles rund fräsen und jede Ecke wegnehmen kann, so daß es immer paßt.“ Eine Führungspersönlichkeit, ein Vorbild kann nicht ein rundgeschliffenes Etwas sein. Basta.

Oder etwa Robert Habeck? Ein Vorbild? Eine Persönlichkeit? Ja, wenn wir eine hohle Keksdose als Vorbild ansehen und uns die Kekse darin nur vorstellen wollen, dann ja. Aber in etwas Leerem kann keine Substanz sein. Wo nichts ist, da ist nichts.

Oder Greta? Meine Güte. Eine Persönlichkeit? Ein von seinem Vater und den Medien aufgebautes gestörtes Kind, das mit einer Idee seine Eßstörungen heilen sollte. Würden meine Kinder ihr nacheifern würde ich sie auf der Stelle enterben. Aber auf die Idee kämen sie gar nicht, und nicht wegen des Erbes. Sondern weil sie statt rumsitzen und Schilder hochhalten was machen. Was richtiges.

Und dann gibt es noch die Leute die so eine dumme Schnalle wie Carola R. für ein Vorbild halten. Womit wir beim Punkt sind:

Da wir, die Generation der Eltern und Großeltern es versäumt haben unseren Kindern Persönlichkeit vorzuleben, ihnen Vorbild zu sein, oder, wenn wir es selbst nicht sind, ihnen die richtigen charakterstarken und gebildeten Vorbilder zu zeigen, können wir uns gar nicht beschweren, wenn…

heute nur noch Weicheier und Speichellecker, Mitläufer und Zeitgeistschleimer ihre Elternhäuser verlassen.

Da der Verlust an Substanz und Charakter aber bereits seit 2 oder 3 Generationen währt ist eine Lücke entstanden die schlecht zu schließen ist. Der wabernde Nebel der Dekadenz droht alles zu ersticken.

Auch 2020.

Anmerkung: Dem ist nichts hinzuzufügen

Bild: Werner von Siemens

werner von Siemens