Jahrtausendelang war Europa das Zentrum des Lebens in der Diaspora, aber da die Juden weiter vom Kontinent fliehen, wird bis zum Ende dieses Jahrhunderts nur noch ein jüdischer Friedhof übrig bleiben.

In seinen frühesten Reden machte Adolf Hitler deutlich, dass seine Hauptaufgabe darin bestünde, Deutschland und dann ganz Europa judenrein zu machen – frei von Juden. Er scheiterte nur am Sieg der Alliierten, aber heute erfüllt Europa langsam, unaufhaltsam und überwiegend legal und weitgehend unbewusst das Bestreben der Nazis. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in England, Frankreich, Ungarn und anderswo auf dem ganzen Kontinent mehren sich nicht nur die vielen Formen des europäischen Antisemitismus – weit rechts, links, antiimperialistisch und islamistisch -, sondern rücken näher an die Kontrolle der offiziellen Machthebel.

Progressive und Medien ziehen es vor, den Antisemitismus in erster Linie den Missständen in Europa zuzuschreiben, aber die extreme Rechte ist nicht die einzige oder gar größte Bedrohung für die europäischen Juden. Eine detaillierte Umfrage der Universität Oslo ergab, dass in Skandinavien, Deutschland, Großbritannien und Frankreich die meisten antisemitischen Gewaltakte von Muslimen ausgehen, die jüngsten Einwanderer inbegriffen. Ebenso ergab eine Umfrage unter europäischen Juden, dass die Mehrzahl der Vorfälle von Antisemitismus entweder von Muslimen oder den Linken ausging. Knapp 13% führten sie auf Rechtsradikale zurück. Gewalt gegen Juden ist am schlimmsten an Orten wie den von Migranten dominierten Vororten von Paris oder Malmö in Schweden.

Auch ist die Aushöhlung der Juden in Europa nicht auf eine Region oder einen Landestyp beschränkt. Die Exodusrate ist in Russland anders als in Frankreich, und die Ursprünge der Unsicherheit in Belgien sind nicht identisch mit denen in England. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Phänomen der jüdischen Flucht Grenzen überschreitet und sowohl für Ost- und Mitteleuropa als auch für die Länder des Westens gilt.

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